(Klicke auf ein Kapitel, um dorthin zu scrollen.)
Schau in die FAQ weiter unten. Dort findest Du kurze, klare Antworten auf die häufigsten Fragen zur Erwerbsminderungsrente.
Zu finden auf Deinem Rentenbescheid (siehe rote Markierung):
Hast Du bereits privat vorgesorgt? Trage Deine bestehende Absicherung ein.
< 3 Stunden/Tag arbeitsfähig
3-6 Stunden/Tag arbeitsfähig
~47% aller Anträge auf EM-Rente werden abgelehnt
☝ Schiebe den Regler oder tippe auf ein Szenario, um Deine Lücke im Balken zu sehen.
Wird Dein EM-Antrag abgelehnt, bekommst Du nicht nur keine Rente. Du baust auch keine weiteren Rentenpunkte auf. Bürgergeld zahlt seit 2011 keine Rentenbeiträge mehr. Jedes Jahr ohne Beiträge fehlt Dir später in der Altersrente.
Das bedeutet: Ohne private Vorsorge steuerst Du bei Ablehnung nicht nur in eine sofortige Einkommenslücke, sondern auch in die Altersarmut.
Dein Arbeitgeber zahlt Dein volles Gehalt weiter.
Die Krankenkasse zahlt, kann Dich aber per §51 SGB V jederzeit auffordern, einen Reha-Antrag zu stellen (10-Wochen-Frist). Reagierst Du nicht, endet das Krankengeld. Die Rentenversicherung darf diesen Reha-Antrag in einen EM-Rente-Antrag umdeuten.
Was wäre, wenn Du Deine Einkommenslücke aus eigener Tasche decken müsstest?
Und in den nächsten 0 Jahren darfst Du definitiv nicht berufsunfähig werden.
Deine Gesundheitsakte wächst mit jedem Arztbesuch. Jede Diagnose, jede Therapie, jedes Medikament wird dokumentiert, und als Patient weißt Du oft gar nicht, was genau diagnostiziert bzw. abgerechnet wurde. Mit steigendem Alter wird nicht nur der Abschluss teurer, sondern irgendwann gar nicht mehr möglich. Versicherer prüfen Deine komplette Krankenhistorie. Je länger Du wartest, desto mehr Einträge und desto höher das Risiko, dass Dich kein Versicherer mehr annimmt.
Schau Dir die Rechnung oben an: Um Deine Einkommenslücke aus einem Depot zu decken, müsstest Du jahrzehntelang einen hohen Betrag sparen und darfst währenddessen nicht berufsunfähig werden. Eine Versicherung schützt Dich ab dem ersten Monat. Das Depot braucht Jahrzehnte, um denselben Schutz zu bieten.
Statistisch wird jeder Vierte im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig, durchschnittlich mit 47 Jahren. Die häufigste Ursache sind psychische Erkrankungen (rund 38%), gefolgt von Krebs (19%) und Erkrankungen des Bewegungsapparats (16%). Das betrifft alle Berufe, nicht nur körperlich Arbeitende.
Der Preis hängt von drei Faktoren ab: Deinem Gesundheitsstatus, Deinem Alter und Deinem Beruf. Welcher Versicherer Dich annimmt und zu welchen Konditionen, lässt sich erst nach einer Analyse Deiner Gesundheitsakte sagen. Deshalb ist der erste Schritt: Gesundheitsakte anfordern und von einem Spezialisten prüfen lassen. Erst dann können realistische Konditionen ermittelt werden.
Enrico Fischer, Versicherungsmakler (IHK) · Zuletzt aktualisiert: 28. März 2026
Du willst wissen, was Dir im Ernstfall wirklich bleibt. Wenn Krankheit oder Unfall Dich aus dem Job reißen, zahlt der Staat eine Erwerbsminderungsrente (kurz: EM-Rente). Aber wie viel ist das genau? Unser Erwerbsminderungsrechner zeigt es Dir in wenigen Minuten.
Der Rechner berechnet drei Szenarien gleichzeitig: volle Erwerbsminderung, teilweise Erwerbsminderung und Ablehnung. Für jedes Szenario siehst Du Deine Netto-EM-Rente nach allen Abzügen und Deine monatliche Einkommenslücke. Kein anderer EM-Rente Rechner im Netz bietet Dir diesen direkten Drei-Wege-Vergleich.
In dieser Anleitung erfährst Du Schritt für Schritt, welche Werte Du eingibst, welchen Modus Du wählst und wie Du die Ergebnisse liest. Los geht's.
„Die Leute glauben, der Staat fängt sie auf. Wenn sie sehen, dass die EM-Rente gerade mal 25% vom Netto ausmacht, können sie es gar nicht glauben.“
Enrico Fischer, Der Finanzsportler
Trag Dein Alter und Dein Einkommen ein. Der Rechner braucht diese beiden Werte als Basis für Deine Erwerbsminderungsrente.
Hast Du bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) oder eine Grundfähigkeitsversicherung? Trag die monatliche Leistung ein. So siehst Du, wie viel Deine private Vorsorge abdeckt.
Der Rechner zeigt Dir gleichzeitig: volle EM-Rente, teilweise EM-Rente und komplette Ablehnung. So erkennst Du sofort, welches Szenario Dich am härtesten trifft.
Unter den Ergebnissen findest Du Deinen monatlichen Fehlbetrag bis zur Altersrente. Damit weißt Du genau, wie groß Deine Lücke wirklich ist.
Prüfe Deine Werte direkt: Gib Deine Daten oben im Rechner ein und vergleiche die drei Szenarien.
Der Erwerbsminderungsrechner bietet Dir drei verschiedene Wege, Deine EM-Rente zu berechnen. Je nachdem, wie viele Daten Du zur Hand hast, wählst Du den passenden Modus.
⚡ Schnell-Check (30 Sekunden): Gib nur Dein Alter und Dein Einkommen ein. Der Rechner schätzt Deine Entgeltpunkte (das sind Deine gesammelten Rentenpunkte) automatisch. Ideal für einen ersten Überblick ohne Papierkram.
🧮 Detail-Rechner (3 Minuten): Hier gibst Du Bruttoeinkommen, Beitragsjahre und Sonderzahlungen ein. Zusätzlich kannst Du Kinderzahl, Kirchensteuer und den Zusatzbeitrag Deiner Krankenkasse angeben. Das Ergebnis zeigt Dir Brutto- und Netto-EM-Rente mit allen Abzügen.
⚖️ Bescheid-Modus (genaueste Methode): Trag die Brutto-EM-Rente aus Deinem Rentenbescheid ein. Der Rechner berechnet daraus Dein persönliches Netto. Das ist die präziseste Berechnung, weil der Bescheid-Wert alle Deine Versicherungszeiten enthält. Diesen Modus findest Du bei keinem anderen Rechner im Netz.
Gib Deine Daten oben im Rechner ein und wähle den Modus, der zu Dir passt.
Alter: Dein Alter bestimmt zwei Dinge. Erstens die Zurechnungszeit. Das ist eine fiktive Verlängerung Deiner Versicherungszeit bis zum Alter von 66 Jahren und 3 Monaten (Stand 2026). Die Rentenversicherung tut so, als hättest Du bis dahin weiter eingezahlt. Zweitens bestimmt Dein Alter den Abschlag. Der beträgt maximal 10,8 %. Nur wer zwischen 62 und dem Referenzalter von 65 Jahren erwerbsgemindert wird, zahlt weniger Abschlag.
Einkommen: Dein monatliches Gehalt, brutto oder netto. Der Rechner rechnet automatisch um. Im Schnell-Check werden daraus Deine Entgeltpunkte geschätzt. Die Formel: Jahreseinkommen geteilt durch das Durchschnittsentgelt aller Versicherten.
Beitragsjahre (nur Detail-Rechner): So viele Jahre hast Du in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Die Zahl steht auf Deiner Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung.
Sonderzahlungen (nur Detail-Rechner): Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder Boni. Sie fließen in die Berechnung Deiner Entgeltpunkte ein. Ohne Sonderzahlungen lass das Feld auf 0.
Brutto-EM-Rente lt. Bescheid (nur Bescheid-Modus): Diesen Betrag findest Du in Deinem Rentenbescheid unter „Rente wegen voller Erwerbsminderung“. Nimm den neuesten Bescheid. Der Rentenwert ändert sich jährlich, ab 01.07.2026 liegt er bei 42,52 €.
Kinder unter 25: Wichtig für die Pflegeversicherung (PV). Rentner zahlen den PV-Beitrag allein. Ohne Kinder und ab 23 Jahren: 4,20 % (inklusive 0,60 % Zuschlag für Kinderlose). Mit mindestens einem Kind: 3,60 % (Eltern-Basissatz). Jedes weitere Kind unter 25 senkt den Satz um 0,25 %. Das Minimum liegt bei 2,60 %, ab 5 Kindern unter 25.
Achtung bei älteren Kindern: Wird ein Kind 25, entfällt der kinderbezogene Abschlag. Dein PV-Satz steigt dann wieder auf 3,60 %.
Kirchensteuer: In Bayern und Baden-Württemberg: 8 %. In allen anderen Bundesländern: 9 %. Gehörst Du keiner Kirche an? Dann wähle „Keine (0 %)“.
Zusatzbeitrag der Krankenkasse: Der Durchschnitt liegt 2026 bei 2,9 % (BMG-Referenzwert). Die Spanne reicht von ca. 2,2 % bis über 4 %. Du findest Deinen Satz auf der Gehaltsabrechnung oder der Website Deiner Kasse.
Das Balkendiagramm zeigt Dir auf einen Blick, wie viel von Deinem Einkommen abgesichert ist. Jede Farbe hat eine Bedeutung:
Unter den drei Szenario-Karten wechselst Du per Klick zwischen voller EM, halber EM und Ablehnung. Der Balken und alle Zahlen passen sich sofort an.
Am Ende fasst der Rechner alles auf einer Profilkarte zusammen. Du siehst: Deine Netto-EM-Rente für alle drei Fälle, Deine Einkommenslücke, den Fehlbetrag bis 67 und Deinen Absicherungsgrad.
Der Rang zeigt Dir, wie gut Du geschützt bist:
Sobald Du nach unten scrollst, erscheint oben eine fixierte Leiste. Sie zeigt drei Werte auf einen Blick:
Die Leiste bleibt sichtbar, egal wo Du Dich auf der Seite befindest. So hast Du Deine wichtigsten Werte immer im Blick.
| Modus | Eingaben | Ideal für |
|---|---|---|
| ⚡ Schnell-Check | Alter + Einkommen | Ersten Überblick in 30 Sekunden |
| 🧮 Detail-Rechner | Brutto, Beitragsjahre, Kinder, Kasse | Genaue Brutto- und Netto-Berechnung |
| ⚖️ Bescheid-Modus | Brutto-EM-Rente aus dem Bescheid | Höchste Genauigkeit mit persönlichen Zeiten |
Enrico Fischer, Versicherungsmakler (IHK) · Stand: April 2026
Die Erwerbsminderungsrente (kurz: EM-Rente) ist eine staatliche Rente für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen weniger als sechs Stunden am Tag arbeiten können. Sie wird von der Deutschen Rentenversicherung gezahlt. Aktuell beziehen rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland eine EM-Rente, der Durchschnitt bei Neuzugängen liegt bei rund 1.041 € netto im Monat.
Entscheidend ist nicht, ob Du Deinen Beruf noch ausüben kannst, sondern ob Du irgendeine Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt schaffst. Den Berufsschutz hat der Gesetzgeber 2001 abgeschafft. Bei der DRV zählt seitdem nur noch, wie viele Stunden Du täglich arbeitsfähig bist.
| Arbeitsvermögen pro Tag | EM-Rente | Gesetzliche Grundlage |
|---|---|---|
| Weniger als 3 Stunden | Volle EM-Rente | § 43 Abs. 2 SGB VI |
| 3 bis unter 6 Stunden | Teilweise EM-Rente | § 43 Abs. 1 SGB VI |
| 6 Stunden oder mehr | Keine EM-Rente | Erwerbsfähig |
Bevor die DRV Deine Gesundheit prüft, musst Du zwei Bedingungen erfüllen: 5 Jahre Wartezeit und 3-von-5-Regel. 47,1 % aller Anträge wurden 2024 abgelehnt. Auf der Antrags-Seite findest Du alle Formulare (R0100, R0210, R0215), die Voraussetzungen im Detail und was Du bei einer Ablehnung tun kannst.
Zur Antrags-Seite mit Widerspruchs-RatgeberEnrico Fischer, Versicherungsmakler (IHK) · Stand: April 2026
Deine Erwerbsminderungsrente folgt einer einzigen Formel mit vier Bausteinen. Wenn Du die Bausteine kennst, verstehst Du jeden Rentenbescheid. Hier ist die Direkt-Antwort, dann die wichtigsten Werte für 2026, dann die ausführlichen Erklärungen.
Monatsrente = Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × Rentenwert × Rentenartfaktor
| Rechengröße | Wert 2026 |
|---|---|
| Aktueller Rentenwert (seit 1.7.2025) | 40,79 € |
| Neuer Rentenwert (ab 1.7.2026) | 42,52 € (+4,24 %) |
| Durchschnittsentgelt (vorläufig) | 51.944 € pro Jahr |
| Maximaler Abschlag | 10,8 % (entspricht 36 Monaten) |
| Rentenartfaktor volle EM | 1,0 |
| Rentenartfaktor teilweise EM | 0,5 |
Die Bausteine wirken zusammen, Punkt aus der Lebensarbeitszeit, Abschlag wegen frühem Renteneintritt, Rentenwert als Geldwert pro Punkt, und der Rentenartfaktor je nachdem ob volle oder teilweise EM. Wer das einmal nachgerechnet hat, weiss, wie der Bescheid zustande kommt.
Wir rechnen drei typische Fälle Schritt für Schritt durch: Eine 45-jährige Bürokauffrau, eine 50-jährige Erzieherin in Teilzeit und eine 55-jährige IT-Fachkraft. Mit Steuern, Krankenversicherung und Versorgungslücke zur BU.
Zur ausführlichen Berechnungs-AnleitungDie Zurechnungszeit ist der wirksamste Solidarbaustein der EM-Rente. Sie täuscht der DRV vor, dass Du bis 66 Jahre 3 Monate weitergearbeitet hättest und kann die Hälfte Deiner Rente ausmachen. Mit Stufenplan bis 2031 und Berechnungsformel.
Zur Zurechnungszeit-ErklärungEnrico Fischer, Versicherungsmakler (IHK) · Stand: April 2026
Die EM-Rente kommt in zwei Stufen, voll und teilweise. Welche Du bekommst, hängt einzig davon ab, wie viele Stunden Du noch täglich arbeiten kannst. Die teilweise EM-Rente ist mathematisch genau die Hälfte der vollen.
| Merkmal | Volle EM-Rente | Teilweise EM-Rente |
|---|---|---|
| Restarbeitsvermögen | Weniger als 3 Std./Tag | 3 bis unter 6 Std./Tag |
| Gesetzliche Grundlage | § 43 Abs. 2 SGB VI | § 43 Abs. 1 SGB VI |
| Rentenartfaktor | 1,0 | 0,5 |
| Durchschn. Zahlbetrag 2024 (netto) | Rund 1.099 €/Monat | Rund 611 €/Monat |
Zahlbeträge nach Kranken- und Pflegeversicherung, vor Steuern.
Bei der vollen EM-Rente liegt die Jahresgrenze bei 20.763,75 €, bei der teilweisen EM-Rente bei mindestens 41.527,50 €. Bei Überschreitung werden 40 % des Mehrverdienstes auf die Rente angerechnet, nicht die ganze Rente gestrichen.
Frauen bekommen im Schnitt 68 € weniger als Männer, 3 Millionen Bestandsrentner profitieren vom Bestandsverbesserungszuschlag (§ 307i SGB VI), und die durchschnittliche Lohnersatzquote liegt bei 40-50 %. Die Höhe-Seite zeigt alle Zahlen der DRV-Statistik im Detail.
Zur Höhe-Seite mit Statistik-TabellenWie Deine persönliche Rente aussieht, hängt von Deinen Entgeltpunkten ab. Der Rechner oben rechnet sie für Dich aus, in unter einer Minute.
Enrico Fischer, Versicherungsmakler (IHK) · Stand: April 2026
Brutto ist nicht netto. Von Deiner EM-Rente gehen Krankenversicherung, Pflegeversicherung und gegebenenfalls Steuern ab. Hier sind die Abzugssätze 2026 und ein Beispiel.
| Abzug | Satz 2026 | Hinweis |
|---|---|---|
| Krankenversicherung | 8,75 % | 7,3 % allgemein + 1,45 % halber Zusatzbeitrag |
| Pflegeversicherung (kinderlos) | 4,20 % | inkl. 0,60 % Zuschlag, lebenslang weg sobald Eltern |
| Pflegeversicherung (1 Kind) | 3,60 % | Basissatz, sinkt ab 2. Kind um je 0,25 % |
| Steuerpflichtiger Anteil 2026 | 84 % | Steigt jedes Jahr um 0,5 Prozentpunkte |
| Grundfreibetrag 2026 | 12.348 €/Jahr | Darunter: 0 € Einkommensteuer |
1.000 €/Monat
− 87,50 €
− 42,00 €
0 € (steuerpflichtiger Anteil 10.080 € liegt unter Grundfreibetrag)
ca. 870 € pro Monat
Auf der Berechnungs-Seite findest Du drei vollständig durchgerechnete Fälle: Bürokauffrau (45, volle EM), Erzieherin in Teilzeit (50, teilweise EM) und IT-Fachkraft (55, volle EM mit Versorgungslückenanalyse). Jeweils mit Brutto-Netto, Steuerlogik und Abzügen Schritt für Schritt.
Zur Berechnungs-Seite mit Brutto-Netto-TabelleTipp: Dein Netto hängt vom Zusatzbeitrag Deiner Krankenkasse ab. Eine Kasse mit niedrigem Zusatzbeitrag bringt jeden Monat mehr Netto. Vergleichen kannst Du das mit dem GKV-Vergleichsrechner.
Wieviel von Deiner persönlichen Brutto-Rente am Ende auf dem Konto landet, rechnet der Rechner oben direkt aus.
Enrico Fischer, Versicherungsmakler (IHK) · Zuletzt aktualisiert: 28. März 2026
Wer durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit erwerbsgemindert wird, kann eine Rente von der Berufsgenossenschaft (BG-Rente) bekommen. Kommt gleichzeitig eine Erwerbsminderungsrente dazu, hast Du zwei Renten auf einmal. Klingt erstmal gut. Aber die Deutsche Rentenversicherung rechnet beide Leistungen gegeneinander.
Das Ergebnis kann hart sein: Deine EM-Rente wird gekürzt. Im schlimmsten Fall bleibt von ihr gar nichts übrig. Die Regeln dafür stehen in §93 SGB VI.
Doch es gibt Schutz. Ein Freibetrag sichert Dir einen Teil der BG-Rente. Außerdem wird eine private Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt nicht angerechnet.
Die BG-Rente ist eine Leistung der gesetzlichen Unfallversicherung bei Minderung der Erwerbsfähigkeit. Du bekommst sie nach einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit.
Voraussetzung: Deine MdE (Minderung der Erwerbsfähigkeit, also wie stark Deine Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist) muss mindestens 20 % betragen (§56 SGB VII). Erst ab diesem Grad zahlt die Berufsgenossenschaft.
Die BG-Rente (Verletztenrente) wird nach §56 SGB VII gezahlt. Bei einer MdE von 100 % bekommst Du die Vollrente. Sie beträgt zwei Drittel Deines JAV (Jahresarbeitsverdienst, also Dein Bruttoverdienst im Jahr vor dem Unfall). Bei niedrigerer MdE wird anteilig gezahlt.
Ja. Wenn Du BG-Rente und EM-Rente gleichzeitig beziehst, prüft die Rentenversicherung, ob die Summe einen Grenzbetrag übersteigt. Ist das der Fall, wird nur die EM-Rente gekürzt. Deine BG-Rente bleibt immer in voller Höhe bestehen.
Dabei gibt es einen Freibetrag. Er schützt einen Teil Deiner BG-Rente vor der Anrechnung. Je höher Dein MdE-Grad, desto höher dieser Freibetrag.
Wie genau funktioniert das? Schauen wir uns die drei Schritte an.
Der Freibetrag errechnet sich aus einem Faktor mal dem aktuellen Rentenwert. Die Faktoren stehen in einer Tabelle in §93 Abs. 2a SGB VI, sortiert nach MdE-Grad.
Bei MdE 40 % gilt der Faktor 6,20:
Dieser Betrag Deiner BG-Rente wird bei der Anrechnung nicht berücksichtigt. Er ist geschützt.
Die Anrechnung nach §93 SGB VI folgt drei klaren Schritten.
Der Freibetrag wird aus dem MdE-Faktor und dem aktuellen Rentenwert ermittelt (§93 Abs. 2a SGB VI). Dieser Teil der BG-Rente ist geschützt und wird nicht angerechnet.
Der Grenzbetrag beträgt 70 % des JAV geteilt durch 12, multipliziert mit dem Rentenartfaktor. Bei voller EM-Rente ist der Faktor 1,0. Bei teilweiser EM-Rente 0,5.
Übersteigt die Summe aus EM-Rente und anrechenbarer BG-Rente (nach Abzug des Freibetrags) den Grenzbetrag? Dann wird nur die EM-Rente gekürzt. Die BG-Rente bleibt immer ungekürzt.
Wichtig: Es gibt einen Mindestgrenzbetrag. Die Summe aus EM-Rente und BG-Rente darf nie unter den Grenzbetrag gekürzt werden (§93 Abs. 3 Satz 2 SGB VI).
Ist Deine BG-Rente hoch genug, kann die EM-Rente komplett auf null gekürzt werden. Du bekommst dann nur noch die BG-Rente.
Umso wichtiger ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie wird nicht angerechnet und bleibt Dir in voller Höhe erhalten.
Nein. §93 SGB VI gilt nur für Leistungen der Sozialversicherung. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist keine Sozialversicherung. Sie wird deshalb nicht auf Deine EM-Rente angerechnet.
Das ist einer der wichtigsten Gründe für eine private BU. Ich empfehle Dir: Prüfe Deinen BU-Schutz rechtzeitig.
Die Anrechnung nach §93 SGB VI betrifft ausschließlich Leistungen aus der gesetzlichen Sozialversicherung. Dazu gehören die BG-Rente (gesetzliche Unfallversicherung) und die EM-Rente (gesetzliche Rentenversicherung).
Eine private BU-Versicherung ist ein privatrechtlicher Vertrag. Sie läuft unabhängig von der gesetzlichen Rentenversicherung. Deshalb darf die Rentenversicherung diese Leistung nicht bei der Anrechnung berücksichtigen.
Du kannst also EM-Rente, BG-Rente und private BU gleichzeitig beziehen. Die private BU bleibt Dir in voller Höhe erhalten.
Wie hoch Deine EM-Rente ohne BG-Anrechnung ausfällt, zeigt Dir unser Rechner oben. Und wenn Du Dich zusätzlich absichern willst: Unser BU-Vergleich zeigt Dir passende Tarife für Deine Situation.
Enrico Fischer, Versicherungsmakler (IHK) · Stand: April 2026
Vom vollen Gehalt über Krankengeld bis zur EM-Rente vergehen oft nur 18 Monate. Jede Phase bringt weniger Geld als die vorherige. Hier die Direkt-Übersicht und was Du dazwischen wissen musst.
Dein Arbeitgeber zahlt 100 % Deines Gehalts weiter (§ 3 EntgFG).
Deine Krankenkasse zahlt 70 % brutto, maximal 90 % netto, minus Sozialabgaben (§ 47 SGB V).
Falls bewilligt: ein Bruchteil Deines früheren Einkommens. Falls abgelehnt (47,1 % der Fälle): 0 € Rente.
Jeder Vierte wird im Berufsleben dauerhaft krank, Schnitt-Alter 48 Jahre (GDV 2024). Bei Ablehnung der EM-Rente bleibt nur Bürgergeld, und der Staat zahlt seit 2011 dafür keine Rentenbeiträge mehr. Doppelter Verlust: heute weniger Einkommen, später eine niedrigere Altersrente. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung schliesst genau diese Lücke.
Stellt der Arzt fest, dass Du dauerhaft krank bist, kann die Krankenkasse Dich auffordern, einen Reha-Antrag zu stellen, der kraft Gesetzes als EM-Antrag gilt (§ 116 SGB VI). Die Antrags-Seite erklärt diesen Mechanismus, die Nahtlosigkeitsregelung und alle Voraussetzungen Schritt für Schritt.
Zur Antrags-Seite mit Widerspruchs-RatgeberWie gross Deine eigene Lücke wird, zeigt Dir der Rechner oben in unter einer Minute.
Enrico Fischer, Versicherungsmakler (IHK) · Stand: April 2026
Die wichtigsten Fragen zum Rechner und zur Berechnung. Detail-Fragen zu Antrag & Widerspruch, Zurechnungszeit und Statistiken findest Du auf den jeweiligen Detail-Seiten.
Wer vor 65 Jahren in die EM-Rente geht, bekommt einen Abzug. Pro Monat vor dem 65. Geburtstag werden 0,3 % abgezogen (§ 77 SGB VI).
Der maximale Abschlag beträgt 10,8 %. Das sind 36 Monate mal 0,3 %.
Wichtig: Das Referenzalter für diesen Abzug ist 65 Jahre, nicht 67. Die 67 gilt nur für die reguläre Altersrente. Für die Berechnung der Erwerbsminderungsrente zählt allein die 65.
Ja, in den meisten Fällen. Die gesetzliche EM-Rente ersetzt nur einen Bruchteil Deines Einkommens. Volle Erwerbsminderung bekommst Du erst, wenn Du weniger als 3 Stunden pro Tag arbeiten kannst (§ 43 Abs. 2 SGB VI).
Dazu kommt: Für alle ab Jahrgang 1961 prüft die DRV nur noch, ob Du irgendeine Arbeit ausüben kannst. Dein erlernter Beruf spielt keine Rolle mehr (§ 240 SGB VI). Ein Chirurg, der nicht mehr operieren kann, aber noch am Empfang sitzen könnte, gilt als nicht erwerbsgemindert.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt dagegen Deinen konkreten Beruf. Sie zahlt auch dann, wenn die DRV Deinen EM-Antrag ablehnt.
Entgeltpunkte zeigen, wie Dein Einkommen im Vergleich zum Durchschnitt liegt. Wer genau den Durchschnitt verdient, bekommt pro Jahr einen Entgeltpunkt.
Die Formel: Dein Jahresbrutto geteilt durch das Durchschnittsentgelt (2026: 51.944 Euro). Verdienst Du zum Beispiel 40.000 Euro brutto, ergibt das rund 0,77 Punkte für dieses Jahr.
Für die Berechnung der EM-Rente werden alle gesammelten Punkte zusammengezählt. Dazu kommen die Punkte aus der Zurechnungszeit. Das Ergebnis mal dem aktuellen Rentenwert ergibt Deine monatliche Erwerbsminderungsrente. Der Rechner oben übernimmt diese Berechnung für Dich.
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Wenn Du gleichzeitig eine Verletztenrente der Berufsgenossenschaft (BG-Rente) und eine EM-Rente beziehst, greift die Anrechnungsregel nach § 93 SGB VI. Übersteigt die Summe beider Renten einen Grenzbetrag, wird die EM-Rente gekürzt.
Aber: Nicht die gesamte BG-Rente wird angerechnet. Zuerst wird ein Freibetrag abgezogen (§ 93 Abs. 2a SGB VI). Dieser Freibetrag schützt den Ausgleich für Schmerzen und Einschränkungen. Er richtet sich nach Deinem MdE-Grad (Minderung der Erwerbsfähigkeit) und dem aktuellen Rentenwert.
In der Praxis fällt die Kürzung durch den Freibetrag oft geringer aus als erwartet. Manchmal entfällt sie sogar ganz. Die BG-Rente selbst bleibt immer ungekürzt.
Enrico Fischer, Versicherungsmakler (IHK) · Zuletzt aktualisiert: 29. März 2026
Alle Angaben auf dieser Seite basieren auf aktuellen Gesetzestexten, offiziellen Publikationen der Deutschen Rentenversicherung und Daten anerkannter Forschungsinstitute.
Alle Berechnungen im Erwerbsminderungsrechner basieren auf den oben genannten gesetzlichen Grundlagen und amtlichen Rechengrößen. Der Rechner ersetzt keine individuelle Beratung durch die Deutsche Rentenversicherung. Alle Angaben ohne Gewähr. Alle Links wurden zuletzt im März 2026 geprüft.