Enrico Fischer, Versicherungsmakler (IHK) · Zuletzt aktualisiert: 13. April 2026
Du willst Deine Krankenkasse wechseln und fragst Dich: Welche Kasse lohnt sich wirklich? Das ist eine berechtigte Frage. Denn bei 93 Kassen verliert man schnell den Überblick.
Unser Krankenkassenvergleich 2026 zeigt Dir die wichtigsten Kassen im Detail. Du erfährst, was jede Kasse beim Zusatzbeitrag verlangt und wie viel Geld Du beim Wechsel sparen kannst. Der Finanzsportler hat alle Zahlen für 2026 zusammengestellt.
In diesem Abschnitt findest Du: Zusatzbeiträge der größten Kassen, Unterschiede bei den Extras und Deine mögliche Ersparnis pro Jahr.
Die TK verlangt 2026 einen Zusatzbeitrag von 2,69 %. Das liegt knapp unter dem Durchschnitt von 2,9 %. Zusammen mit dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 % ergibt das einen Gesamtbeitrag von 17,29 %.
Die TK ist Deutschlands größte Krankenkasse. Beim gesetzlichen Leistungskatalog gibt es keinen Unterschied zu anderen Kassen. Alle Kassen decken die gleichen Leistungen ab (§§ 11-68c SGB V). Unterschiede gibt es nur bei Zusatz- und Satzungsleistungen.
Prüfe im Vergleichsrechner oben, wie viel Du bei einem Wechsel zur TK oder von der TK weg sparen kannst. Der Vergleich zeigt Dir auch die Gesundheitsleistungen jeder Kasse im Detail, zum Beispiel Zahnreinigung, Bonusprogramme oder Chiropraktik.
Die AOK ist keine einzelne Kasse, sondern ein Verbund aus mehreren regionalen Kassen. Deshalb variiert der Zusatzbeitrag stark. Die Spanne reicht von 2,47 % (AOK Rheinland-Pfalz/Saarland) bis 3,50 % (AOK Nordost), Stand Januar 2026.
Das ist ein Unterschied von über einem Prozentpunkt. Für Angestellte mit hohem Einkommen bedeutet das mehrere hundert Euro im Jahr. Der gesetzliche Leistungskatalog ist bei allen AOKs gleich. Nur die Extras und Satzungsleistungen unterscheiden sich.
Manche AOKs sind regional beschränkt. Geöffnete Kassen müssen Dich aber ohne Gesundheitsprüfung aufnehmen (§ 175 Abs. 1 S. 2 SGB V).
Prüfe im Vergleichsrechner oben, welche AOK in Deiner Region verfügbar ist. Neben dem Beitrag siehst Du dort auch, welche Gesundheitsleistungen die jeweilige AOK bietet.
Die Barmer verlangt 2026 einen Zusatzbeitrag von 3,29 %. Das liegt deutlich über dem Durchschnitt von 2,9 %. Der Gesamtbeitrag beträgt damit 17,89 %.
Was bedeutet das für Dich? Als Angestellter mit einem Gehalt an der Beitragsbemessungsgrenze kannst Du beim Wechsel zu einer günstigeren Kasse bis zu ca. 770 EUR pro Jahr sparen. Als Selbstständiger sogar bis zu ca. 1.540 EUR pro Jahr.
Prüfe im Vergleichsrechner oben, wie hoch Deine persönliche Ersparnis bei einem Wechsel von der Barmer ausfällt. Du siehst dort auch direkt, welche Gesundheitsleistungen die günstigeren Kassen bieten.
Die DAK-Gesundheit erhebt 2026 einen Zusatzbeitrag von 3,20 %. Der Gesamtbeitrag liegt damit bei 17,80 %. Auch die DAK liegt über dem Durchschnitt von 2,9 %.
Beim Wechsel von der DAK zu einer günstigeren Kasse musst Du nicht selbst kündigen. Deine neue Kasse erledigt das automatisch für Dich. Dein Versicherungsschutz läuft nahtlos weiter, ohne Wartezeit.
Prüfe im Vergleichsrechner oben, welche Kassen günstiger sind als die DAK und welche Gesundheitsleistungen sie im Vergleich bieten.
Die hkk verlangt 2026 einen Zusatzbeitrag von nur 2,59 %. Das ist 0,31 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt von 2,9 %. Der Gesamtbeitrag beträgt 17,19 %.
Die hkk gehört damit zu den günstigsten bundesweit geöffneten Kassen. Jede geöffnete Kasse muss Dich aufnehmen. Eine Gesundheitsprüfung gibt es nicht.
Prüfe im Vergleichsrechner oben, wie viel Du bei einem Wechsel zur hkk sparst. Der Vergleich zeigt Dir auch, bei welchen Gesundheitsleistungen die hkk punktet.
Die HEK (Hanseatische Krankenkasse) verlangt 2026 einen Zusatzbeitrag von 2,89 %. Das liegt knapp unter dem Durchschnitt von 2,9 %. Der Gesamtbeitrag beträgt 17,49 %.
Was die HEK besonders macht, ist ihr Bonusprogramm „Bonus Vorsorgeplus“. Im ersten Jahr kannst Du damit bis zu 300 EUR Bonus erhalten, ab dem zweiten Jahr fortlaufend bis zu 144 EUR jährlich. Hast Du bereits eine Krankenzusatzversicherung oder schließt eine ab, profitierst Du gleich doppelt: erweiterte Leistungen wie besserer Zahnersatz, Heilpraktiker-Behandlungen oder Ein-Bett-Zimmer im Krankenhaus, und obendrauf der HEK-Bonus.
So setzt sich der Bonus zusammen:
Gut zu wissen: Der Bonus wird nicht bar ausgezahlt, sondern erstattet, wenn Du eine private Personenversicherung nachweist, zum Beispiel eine Krankenzusatzversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung oder Altersvorsorge.
Prüfe im Vergleichsrechner oben, wie viel Du bei einem Wechsel zur HEK sparst und welche Gesundheitsleistungen sie im Detail bietet.
Neben den bekannten Kassen gibt es viele kleinere mit interessanten Beiträgen. Hier zwei Beispiele:
Insgesamt umfasst unser Krankenkassenvergleich 72 Kassen (Stand 01.01.2026). Rund 45 Kassen haben ihren Beitrag 2026 angepasst.
Prüfe in unserem Krankenkassenvergleich-Rechner oben alle 72 Kassen mit Beitrag und Gesundheitsleistungen im Direktvergleich.
Wechselst Du die Kasse, wechselst Du auch den Zusatzbeitrag?
Ja. Jede Kasse legt ihren Zusatzbeitrag selbst fest. Den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 % zahlen alle gleich. Wenn Du von einer teuren Kasse (z. B. Barmer mit 3,29 %) zu einer günstigen Kasse (z. B. hkk mit 2,59 %) wechselst, sparst Du die Differenz sofort.
Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich den Zusatzbeitrag seit 2019 je zur Hälfte. Als Angestellter sparst Du also die Hälfte der Differenz. Als Selbstständiger sparst Du den vollen Betrag.
Nutze den Vergleichsrechner oben, um Deine genaue Ersparnis zu berechnen.
Kann meine neue Kasse mich ablehnen?
Nein. Jede geöffnete Krankenkasse muss Dich aufnehmen. Das nennt sich Aufnahmezwang (§ 175 Abs. 1 S. 2 SGB V). Es gibt keine Gesundheitsprüfung und keine Ablehnung wegen Vorerkrankungen.
Dein Versicherungsschutz beginnt sofort ab dem ersten Tag der neuen Mitgliedschaft. Es gibt keine Wartezeiten.
Ausnahme: Geschlossene Betriebskrankenkassen (BKKs) und regional beschränkte Kassen stehen nur bestimmten Personengruppen offen. In unserem Rechner siehst Du, welche Kassen für Dich wählbar sind.