Skip to content

Sportinvaliditäts- & Sportunfähigkeitsversicherung 2026

Wenn der Körper nicht mehr mitspielt, ist die Karriere vorbei.
Dein Einkommen muss es nicht sein.

Profifußballer erleiden im Schnitt rund 2 bis 2,5 Verletzungen pro Saison (Ekstrand-Studie, VBG-Sportreport). Die Sportunfähigkeitsversicherung zahlt bei dauerhafter, vollständiger Sportunfähigkeit durch Unfall oder Krankheit eine Einmalzahlung in Höhe der Versicherungssumme. Sportinvaliditäts- und Sportunfähigkeitsversicherung sind dasselbe Produkt, nur andere Anbieter-Begriffe.

bis 5 Mio € mögliche
Versicherungssumme
Unfall + Krankheit beide Auslöser
versichert
bis 1.095 Tage Tagegeld bei
Verletzungspause
ab Tag 43 Tagegeld nach Ende
der Lohnfortzahlung
Enrico Fischer, Versicherungsmakler (IHK) 4,9 Sterne auf Google (15 Bewertungen) ProvenExpert: Sehr gut 200+ Kunden deutschlandweit beraten Werte Stand: 03.06.2026 Quellen: HDI- & WCS-Bedingungswerke, OLG Karlsruhe 12 U 34/24 IHK-Nr. D-4YKP-487AL-84
Aktualisiert: 3. Juni 2026

Sportinvaliditätsversicherung 2026: Schutz, wenn die Karriere durch Unfall oder Krankheit endet

Diese Seite ordnet die Sportinvaliditätsversicherung für Dich ein: was sie genau ist, wie sie sich von einer Unfallversicherung und einer Berufsunfähigkeitsversicherung unterscheidet, wie sie leistet, welche Anbieter es gibt und was sie kostet. Jede Zahl auf dieser Seite ist gegen die Bedingungswerke und Primärquellen geprüft.


Was ist Sportinvalidität?

Sportinvalidität und Sportunfähigkeit bezeichnen dasselbe Produkt. Der eine Anbieter nennt es "Sportversicherung Individual" und spricht von "dauernder Sportinvalidität", der andere nennt es "Sportunfähigkeitsversicherung" und spricht von "dauernder Sportunfähigkeit". Inhaltlich ist es das gleiche Konzept: eine Versicherung, die zahlt, wenn Du Deinen Sport dauerhaft nicht mehr ausüben kannst.

Das entscheidende Merkmal: Sie leistet bei dauerhafter, vollständiger Sportunfähigkeit infolge eines Unfalls ODER einer Krankheit. Nicht nur bei einem Unfall. Genau das macht sie zum Fundament der Profi-Absicherung, denn viele Karrieren enden nicht durch einen einzelnen Sturz, sondern durch chronischen Verschleiß oder eine Erkrankung.

Definition (Anbieter-Wortlaut HDI)

"Dauernde Sportinvalidität liegt vor, wenn die versicherte Person infolge eines versicherten Unfalls oder durch eine akut und erstmals auftretende Krankheit auf Dauer vollständig außerstande ist, die im Versicherungsschein genannte sportliche Tätigkeit in dem im Versicherungsschein genannten Rahmen aktiv auszuüben."

Ein zweiter Anbieter formuliert dasselbe so: "Dauernde Sportunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person durch einen Unfall oder eine Krankheit auf Dauer vollständig außerstande ist, die im Versicherungsschein genannte sportliche Tätigkeit aktiv auszuüben." Zwei Bedingungswerke, eine Idee.

Was bedeutet "dauerhaft"? Es ist eine ärztliche Prognose. Bei HDI gilt der Zustand als dauerhaft, wenn er voraussichtlich länger als 36 Monate bestehen wird, ohne dass eine Änderung zu erwarten ist. Es geht also nicht um eine vorübergehende Verletzungspause, sondern um das endgültige Aus für die sportliche Tätigkeit.

Hinter diesen Tarifen stehen keine klassischen deutschen Direktversicherer, sondern spezialisierte Risikoträger. Bei WCS ist es ein Lloyd's-Pool aus mehreren europäischen Versicherern (unter anderem Lloyd's Insurance Company SA in Brüssel und weitere Partner). Bei HDI trägt die HDI Global Specialty SE aus Hannover das Risiko, ebenfalls mit einer Mitversicherer-Pool-Klausel. Das ist normal in dieser Nische, weil Profisport-Risiken Spezialwissen verlangen.


Sportinvalidität vs. Unfall-Gliedertaxe: wo ist der Unterschied?

Eine ehrliche Profi-Absicherung steht auf drei Säulen. Säule 1 ist die Sportinvaliditäts- beziehungsweise Sportunfähigkeitsversicherung. Sie ist das grundlegende Produkt. Säule 2 ist das Krankentagegeld für die lange Reha-Phase. Säule 3 ist die Profi-Unfallversicherung mit Gliedertaxe. Sie ergänzt und ist gleichzeitig das Backup, falls Säule 1 aus gesundheitlichen Gründen nicht verfügbar ist.

Viele verwechseln die Sportinvaliditätsversicherung mit einer Unfall-Gliedertaxe, zum Beispiel dem ERGO Berufssportler-Tarif. Das sind aber zwei verschiedene Produkte. Die Gliedertaxe zahlt nach einer Prozent-Liste pro Körperteil (zum Beispiel Arm 70 Prozent, Bein 70 Prozent) und greift erst ab 20 Prozent Invalidität. Die Sportinvaliditätsversicherung kennt keine Gliedertaxe. Sie stellt nur eine Frage: kannst Du Deinen Sport noch ausüben, ja oder nein. Bei vollständiger Sportunfähigkeit zahlt sie die volle Versicherungssumme als Einmalzahlung.

Tabelle zur Seite wischen, um beide Spalten zu sehen

Merkmal Sportinvaliditätsversicherung (Säule 1) Unfall-Gliedertaxe, z.B. ERGO (Säule 3)
Auslöser Unfall ODER Krankheit nur Unfall (Krankheit ausgeschlossen)
Leistung Einmalzahlung der vollen Versicherungssumme anteilig nach Körperteil (Prozent-Liste)
Schwelle vollständige Sportunfähigkeit (Karriere-Aus) 20-Prozent-Invaliditätsfranchise
Beispiel Karriereende durch Krankheit abgedeckt (z.B. chronischer Knorpelschaden, Herzerkrankung) nicht abgedeckt
Meniskus-Schaden im erweiterten Unfallbegriff (bei erhöhter Kraftanstrengung) explizit ausgeschlossen (AUB 2020 SP Ziffer 1.4.1)

Tabelle zur Seite wischen, um beide Spalten zu sehen

Die beiden Produkte sind keine Konkurrenz, sondern ergänzen sich. Die Gliedertaxe greift bei einer abgrenzbaren Verletzung mit Restsportfähigkeit, die Sportinvaliditätsversicherung beim vollständigen Profikarriere-Aus. Wenn Du wissen willst, wie die dritte Säule im Detail funktioniert, findest Du die Einordnung in der Profi-Unfallversicherung. Den Gesamt-Überblick über alle drei Säulen liefert der Hub für Profisportler-Absicherung.


Gibt es eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Profisportler?

Eine echte eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung ist für aktive Profisportler zu normalen Konditionen praktisch nicht erhältlich. Die klassischen BU-Versicherer lehnen aktive Profisportler entweder ab oder verlangen so hohe Zuschläge, dass ein Abschluss wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Das ist die ehrliche Marktlage.

Warum das ein echtes Problem ist: Profifußballer erleiden im Schnitt rund 2 bis 2,5 Verletzungen pro Saison (Ekstrand et al. 2011, British Journal of Sports Medicine; VBG-Sportreport 2025 und 2021). Der Körper ist täglich im Einsatz, und das Karriere-Risiko ist real. Trotzdem steht ausgerechnet das Standard-Produkt zur Einkommensabsicherung, die BU, dieser Berufsgruppe kaum offen.

Die wenigen Angebote, die am Markt als "BU für Profisportler" beworben werden, sind in der Regel keine eigenständige BU. Es sind Kombi-Konstrukte: eine BU-Zusatzversicherung, die fest an eine Renten- oder Basisrentenversicherung gekoppelt ist. Der BU-Schutz hängt also zwingend an einem Altersvorsorge-Vertrag.

Meine Empfehlung als Dein Makler

Von dieser Kombi aus BU-Zusatz und fest gekoppelter Basisrente rate ich ab. Die Gründe: Sie koppelt zwei Dinge, die nicht zusammengehören, nämlich Deinen Berufsunfähigkeits-Schutz und Deine Altersvorsorge. Das Geld in der Basisrente ist gebunden und kommt für Dich nicht mehr frei verfügbar zurück. Wer das Einkommen höher absichern will, muss zusätzlich die Sparrate hochtreiben, also doppelt zahlen. Solche Konstrukte tragen oft hohe Provisionen und verkaufen sich vor allem über das Steuerargument. Für eine saubere Einkommensabsicherung im Profisport ist das selten der beste Weg.

Selbst eine BU, die jemand vor der Profikarriere abgeschlossen hat, schützt oft nicht ausreichend. Zwei Gründe: Sie ist auf das frühere, niedrigere Einkommen dimensioniert, und sie enthält einen Verweisungs-Mechanismus. Wie das in der Praxis schiefgeht, zeigt ein Gerichtsverfahren.

⚠ Ein realer Fall vor dem OLG Karlsruhe

Ein Profi hatte seine BU noch als angestellter Bankkaufmann abgeschlossen, mit einer vereinbarten BU-Rente von 2.024,18 Euro im Monat. Als Profi-Torwart verdiente er später brutto 384.813 Euro (2011), 586.858 Euro (2012) und 434.463 Euro (2013), im Schnitt rund 468.711 Euro im Jahr. Die alte BU-Rente deckte davon nur einen Bruchteil.

Nach dem verletzungsbedingten Karriere-Aus verwies der Versicherer ihn auf seine neue Tätigkeit als Torwarttrainer (Einkommen 2022: 97.358,72 Euro brutto) und stellte die Rente ein. Der Streit ging über zwei Instanzen. Das OLG Karlsruhe (Urteil 12 U 34/24) beurteilte diese Verweisung als unwirksam.

Genau hier liegt der zentrale Unterschied: Die Sportunfähigkeitsversicherung kennt keinen Verweisungs-Mechanismus. Sie versichert direkt die Ausübung der im Versicherungsschein benannten Sportart. Bei dauerhafter Sportunfähigkeit zahlt sie die vereinbarte Versicherungssumme als Einmalzahlung, ganz egal, ob die Person später einen anderen Beruf ausüben könnte. Der Versicherer kann Dich nicht auf einen Trainer-Job verweisen, um die Leistung zu verweigern.

Wichtig zur Einordnung

Die Sportunfähigkeitsversicherung ist keine Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie ersetzt keine BU, und eine BU ersetzt sie nicht. Beide sichern unterschiedliche Risiken ab. Wer beides braucht, klärt das im Einzelfall.

Und sie hat einen praktischen Vorteil gegenüber der trägen BU-Logik. Wo eine BU erst nach langer Karenz und einer Dauerhaftigkeits-Prognose leistet, überbrückt der Tagegeld-Baustein der Sportunfähigkeitsversicherung den Verdienstausfall bereits ab dem 43. Tag (bis 730 Tage bei HDI, bis 1.095 Tage bei WCS). Die Einmalzahlung greift dann beim dauerhaften Karriere-Aus. Tagegeld und Einmalzahlung wirken zusammen.


Für wen ist die Versicherung? Profi- und Hobbysportler

Die Sportinvaliditätsversicherung ist ein Produkt für Berufssportler. Bei HDI gilt sie für Berufssportler im Allgemeinen, mit einem ausdrücklich erweiterten Unfallbegriff für die "typischen Bewegungen eines Berufssportlers". Die Aufnahme steht unter Risikoprüfung: Der Versicherer kann ablehnen oder einen individuellen Risikoausschluss vereinbaren (Ziffer 3.3.3).

WCS richtet sich an Berufssportler mit Vertrags- oder Ausbildungsverhältnis bei einem Verein. Es gibt zusätzlich eine Youngsters-Variante für Nachwuchsspieler aus Leistungszentren im Alter von 13 bis 21 Jahren mit einem Einkommen bis 10.000 Euro pro Jahr. Auch hier ist eine medizinische Risikoprüfung erforderlich, eine garantierte Aufnahme gibt es nicht.

Versicherbar ist eine breite Palette an Sportarten. Bei WCS gehören unter anderem dazu:

  • Fußball
  • Handball
  • Radsport
  • Basketball
  • Volleyball
  • Hockey
  • Bandy
  • Golf
  • Tennis
  • Badminton
  • Squash
  • Segeln
  • Surfen
  • Leichtathletik
  • Motorsport (Rallye/Rundstrecke, 3 Klassen)

Weitere Sportarten sind auf Anfrage versicherbar. Wenn Deine Disziplin nicht in dieser Liste steht, heißt das nicht automatisch Nein, sondern: wir klären es einzeln.

⚠ Abgrenzung Profi und Hobby

Hobbysportler werden bei HDI und WCS nicht aufgenommen. Das Produkt ist ausdrücklich auf Berufssportler ausgerichtet. Umgekehrt gilt: Profisportler werden bei den klassischen Hobbysportler-Tarifen (Marktreferenz: allsafe bodyguard 2.0) nicht aufgenommen. Profi und Hobby sind also zwei getrennte Welten mit jeweils eigenen Produkten. Wer im falschen Segment unterschreibt, hat im Leistungsfall ein Problem.

Ein wichtiger Mechanismus bei WCS für Sportler mit Vorgeschichte: Voller Versicherungsschutz besteht auch dann, wenn vor Vertragswirksamkeit angezeigte Gesundheitsschäden mitgewirkt haben, solange im Versicherungsschein kein individueller Risikoausschluss vereinbart ist. Angezeigte Vorschäden führen also nicht automatisch zur Leistungskürzung. Genau deshalb ist die saubere, vollständige Vorab-Angabe der Gesundheitsgeschichte so wichtig.


Wie funktioniert die Sportunfähigkeitsversicherung?

Der Kern-Nutzen ist einfach: Sie zahlt bei Unfall ODER Krankheit. Im Detail besteht der Schutz aus drei Bausteinen, die unterschiedliche Phasen abdecken. Baustein eins für das endgültige Karriere-Aus, Baustein zwei für die lange Verletzungspause, Baustein drei für den Todesfall.

Baustein 1: Was zahlt die Versicherung beim Karriere-Aus?

Das Herzstück (in den Bedingungen "PTD" genannt) ist eine Einmalzahlung der vereinbarten Versicherungssumme, wenn Du dauerhaft und vollständig außerstande bist, Deinen Berufssport aktiv auszuüben. Auslöser kann ein Unfall oder eine Krankheit sein.

Die Fristen im Vergleich

HDI: Die Sportinvalidität muss innerhalb von 18 Monaten nach Unfall oder Krankheitsbeginn eintreten, die ärztliche schriftliche Feststellung muss binnen 21 Monaten vorliegen. Eine Verlängerung um einen Monat ist auf Antrag möglich.
WCS: Hier muss die Sportunfähigkeit innerhalb von 24 Monaten eintreten (länger als bei HDI), die ärztliche Feststellung und Geltendmachung innerhalb weiterer 6 Monate. Eine Verlängerung in Monatsschritten bis maximal 3 Monate ist möglich.

Diese langen Fristen haben einen Grund. Bis feststeht, ob ein Zustand wirklich dauerhaft ist (HDI rechnet mit der 36-Monats-Prognose), vergeht Zeit. Genau diese Zeit überbrückt der Tagegeld-Baustein, über den der nächste Abschnitt spricht. Dauerhaftigkeits-Definition und Wartefrist sind also aufeinander abgestimmt.

Wichtig zu wissen: Die Einmalzahlung und das Tagegeld werden nicht zusätzlich nebeneinander gezahlt. Sobald die Einmalzahlung für die dauerhafte Sportunfähigkeit fließt, endet das Tagegeld. Das Tagegeld ist die Brücke bis zu dem Zeitpunkt, an dem feststeht, dass es ein dauerhaftes Karriere-Aus ist.

Baustein 2: Wie überbrückt das Tagegeld die Verletzungspause?

Der zweite Baustein (in den Bedingungen "TTD") zahlt ein Tagegeld, wenn Du vorübergehend vollständig außerstande bist, Deinen Berufssport auszuüben, und Dein Arbeitgeber nicht mehr zur Lohnfortzahlung verpflichtet ist. Das ist genau die Phase, in der bei vielen Profis das Einkommen wegbricht.

Das Tagegeld setzt nach einer Karenzzeit ein. Bei HDI ist das ab dem 43. Tag (oder ab Ende der individualvertraglichen Lohnfortzahlung, je nachdem, was länger dauert). Bei WCS ist die Karenzzeit wählbar, vom 29. Tag (mit Zuschlag) über den Standard ab dem 43. Tag bis zu deutlich späteren Stufen mit Beitragsrabatt. Für Handball gilt bei WCS fix der 90. Tag.

Leistungsdauer und Tagessatz

  • Leistungsdauer HDI: maximal 730 Tage (Standard)
  • Leistungsdauer WCS: Standard 365 Tage, optional 730 Tage (gegen 20 Prozent Aufpreis) oder 1.095 Tage (gegen 31 Prozent Aufpreis). Die 1.095 Tage sind der längste am Markt verfügbare Standard.
  • Maximaler Tagessatz: Jahreseinkommen geteilt durch 365. Bei WCS sind normal bis 8.250 Euro pro Tag versicherbar, höhere Summen auf Anfrage.
  • Folgeerkrankung: Bei HDI greift der Selbstbehalt erneut, wenn dieselbe Beschwerde nach mindestens 30 Tagen Pause wieder auftritt. Bei WCS werden Unterbrechungen aus demselben Ursprung, die weniger als 180 Tage auseinanderliegen, als ein einziger Schadenfall behandelt.

Baustein 3: Was deckt die Todesfallleistung ab?

Der dritte Baustein (in den Bedingungen "AD") ist eine Todesfallleistung als Einmalzahlung, wenn die versicherte Person innerhalb von 18 Monaten nach dem Unfall stirbt. Bemerkenswert: Beide Anbieter erkennen ausdrücklich auch den Tod durch Herzinfarkt oder Schlaganfall während der berufssportlichen Betätigung als versicherten Todesfall an.

Im Wortlaut von WCS: "Eine Todesfallleistung erfolgt auch dann, wenn die versicherte Person infolge Herzversagens oder Schlaganfall während einer aktiven berufssportlichen Betätigung verstirbt und ein Unfallereignis vermutet wird."

HDI formuliert es so: "Als unfallbedingter Tod gilt auch der unfallähnliche, plötzliche Tod bei der Sportausübung durch Herzinfarkt oder Schlaganfall." Für Ausdauer- und Hochleistungssportler ist dieser Punkt nicht nebensächlich.


Die Anbieter: HDI und WCS im Vergleich

Im deutschen Markt teilen sich im Wesentlichen zwei Anbieter dieses Spezial-Segment. HDI Sportversicherung Individual: Risikoträger ist die HDI Global Specialty SE aus Hannover (nicht zu verwechseln mit der HDI Versicherung AG für Privatkunden oder der HDI SE als Konzern-Holding). Das Bedingungswerk hat die Fassung 03/2022, Stand 02/2026.

WCS Sport SUB 2024: Vermittler ist die Wunderlich Cover Solutions GmbH aus Pfullingen. Den Versicherungsschutz trägt ein Lloyd's-Pool aus mehreren europäischen Versicherern. Das Bedingungswerk ist die Fassung SUB 2024, Stand 02/2026.

Welcher Anbieter passt? Das hängt stark vom Einkommens-Niveau ab. Für Standard-Profis bis etwa 1 Million Euro Jahreseinkommen ist HDI oft die richtige Adresse. Für Topverdiener ab rund 1 Million Euro oder für anspruchsvolle Fälle kommt WCS ins Spiel, dort sind Versicherungssummen bis 5 Millionen Euro möglich. Welche Lösung für Dich passt, klären wir im Gespräch.

Tabelle zur Seite wischen, um beide Spalten zu sehen

Merkmal HDI Sportversicherung Individual WCS Sport SUB 2024
Maximale Versicherungssumme individuell (nicht pauschal festgelegt) bis 5 Mio. Euro
Tagegeld-Leistungsdauer max. 730 Tage bis 1.095 Tage (mit Aufpreis)
Psychische Folgen ausgeschlossen mitversichert, wenn durch versicherten Unfall oder Krankheit verursacht
Krankenhaustagegeld nicht vorhanden 100 Euro pro 4 Nächte, max. 1.000 Euro
Schadenfreiheitsrabatt nicht vorhanden minus 20 Prozent ab dem 2. schadenfreien Versicherungsjahr
Aufnahme mit Risikoprüfung mit Risikoprüfung

Tabelle zur Seite wischen, um beide Spalten zu sehen

WCS wirbt mit einem Verzicht auf die Verweisung: keine andere Tätigkeit wird auf die Einmalzahlung angerechnet. Diese Zusicherung steht in der Produktbeschreibung. Sie ist allerdings nicht als eigenständige Klausel im Bedingungswerk verankert, sondern sachlogisch durch die Einmalzahlungs-Konstruktion gedeckt. Vor einer verbindlichen Aussage prüfen wir das gegen die finale Police.

Zwei weitere WCS-Besonderheiten: Bei einem Vereinswechsel mit längerer neuer Lohnfortzahlung ist eine Anwartschaftsversicherung für 20 Prozent des regulären Beitrags möglich (während der Anwartschaft besteht kein Versicherungsschutz). Und der Vertrag kann bei Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit bis zu 12 Monate ruhend gestellt werden. HDI und ERGO bieten diese Ruhend-Stellung nicht.

Welcher Tarif für Dich passt, klären wir gemeinsam

Beide Anbieter haben Stärken in unterschiedlichen Situationen. HDI, WCS und auch die ergänzende Unfall-Säule sauber zu Deiner Sportart, Deinem Einkommen und Deiner Karrierephase zuzuordnen, ist genau der Kern meiner Arbeit. Ich vergleiche die Bedingungswerke für Dich und sage Dir ehrlich, welche Lösung passt. Buch Dir dafür ein kostenloses Erstgespräch.


Ein Rechenbeispiel: was die Versicherung im Ernstfall leistet

Zahlen machen es greifbar. Das folgende Beispiel verwendet ausschließlich belegte Werte aus den Tarif-Unterlagen. Annahme: ein 18-jähriger Profi-Fußballer mit einem Jahreseinkommen von 200.000 Euro, abgesichert über WCS. Es ist eine vereinfachte Beispielrechnung zur Veranschaulichung, kein verbindliches Angebot.

Beispiel: 18-jähriger Fußballer, 200.000 Euro Jahreseinkommen

So setzt sich der Jahresbeitrag aus den drei Bausteinen zusammen:

Sportunfähigkeit (Einmalzahlung): rund 6.000 Euro Jahresbeitrag
Unfalltod: rund 800 Euro Jahresbeitrag
Tagegeld (bei 200.000 Euro Einkommen, also rund 547,95 Euro Tagessatz): rund 14.245 Euro Jahresbeitrag
Gesamt rund 21.045 Euro Jahresbeitrag (brutto)

Vereinfachte Beispielrechnung auf Basis der WCS-Beitragstabelle (Fußball, 18 Jahre). Der konkrete Beitrag hängt von Sportart, Alter, gewählter Versicherungssumme, Karenzzeit und Leistungsdauer ab.

Und so leistet der Vertrag im Ernstfall. Fällt der Sportler verletzt aus und stellt der Verein nach Ablauf der Lohnfortzahlung (in Deutschland typisch nach 6 Wochen, also 42 Tagen) die Zahlung ein, greift das Tagegeld ab Tag 43 und überbrückt den Verdienstausfall. Stellt sich heraus, dass die Karriere dauerhaft vorbei ist, zahlt der Vertrag die volle Versicherungssumme als Einmalzahlung. Der Versicherungssummen-Rahmen für die Sportinvalidität liegt im Standard zwischen 500.000 Euro und 5.000.000 Euro (bis zum 5-fachen Jahreseinkommen).

Beispiel früher Schutz: die Youngsters-Variante

Für Nachwuchsspieler aus Leistungszentren (13 bis 21 Jahre, Einkommen bis 10.000 Euro pro Jahr) gibt es bei WCS ein Youngsters-Paket. Ein Paket mit 25.000 Euro Versicherungssumme kostet 422,56 Euro pro Jahr. Der Clou: Mit dem 22. Geburtstag erfolgt die automatische Umstellung auf den Standard-Tarif, und zwar ohne erneute Gesundheitsprüfung. Für Talente mit Vorgeschichte ist genau das ein großer Vorteil.


Was kostet die Versicherung, und ist sie steuerlich absetzbar?

Die Beiträge richten sich nach Deiner Sportart, Deinem Alter und Deiner Versicherungssumme. Hier die wichtigsten Punkte, kompakt als Fragen.

Wie hoch sind die Beiträge bei WCS?

Für den Sportunfähigkeits-Baustein liegen die Prämiensätze bei WCS sportart- und altersabhängig zwischen 0,50 und 2,00 Prozent pro Jahr der Versicherungssumme. Beispiele: Fußball von 0,60 Prozent (18 Jahre) bis 1,90 Prozent (35 Jahre), Radsport bis 1,69 Prozent, Handball bis 1,29 Prozent, Basketball und Volleyball bis 1,18 Prozent, Hockey und Bandy bis 1,12 Prozent, Golf bis 0,91 Prozent, die Tennis-Gruppe bis 0,94 Prozent, Leichtathletik bis 2,00 Prozent, Motorsport (Rallye/Rundstrecke) bis 1,88 Prozent. Je jünger und je geringer das Verletzungs-Risiko der Sportart, desto günstiger.

Kann ich die Beiträge in Raten zahlen?

Bei WCS ist Ratenzahlung möglich, gegen einen Aufschlag: plus 3 Prozent halbjährlich, plus 5 Prozent vierteljährlich, plus 7 Prozent monatlich. Der Mindestzahlbetrag liegt bei 50 Euro.

Gibt es einen Rabatt, wenn ich keinen Schaden melde?

Ja. WCS gewährt einen Schadenfreiheitsrabatt von 20 Prozent auf den Beitrag ab der nächsten Hauptfälligkeit, wenn in der laufenden Versicherungsperiode kein Schaden gemeldet wurde. Wird ein Schaden später doch nachgemeldet, entfällt der Rabatt auch rückwirkend.

Was kostet die ERGO-Unfallversicherung zum Vergleich?

Die ERGO-Unfallversicherung für Berufssportler (das ist die Säule 3, nicht die Sportinvalidität) hat einen Mindestbeitrag von 249,50 Euro pro Jahr, zu zahlen als Jahres-Einmalbeitrag per SEPA-Lastschrift, ohne Ratenzahlung. ERGO gibt als eigene Marketing-Aussage an, dass der Preis seit dem Jahr 2000 nicht gestiegen sei. Das ist eine Anbieter-Angabe, kein von uns geprüfter Fakt.

Ist die Versicherung steuerlich absetzbar?

Das hängt von Deiner individuellen Situation ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Ob und wie sich die Beiträge steuerlich geltend machen lassen und wie eine spätere Leistungsauszahlung steuerlich behandelt wird, klärt verbindlich Dein Steuerberater. Ich gebe Dir dazu bewusst keine Pauschal-Aussage, weil die steuerliche Behandlung von Deinem Status, Deiner Vertragsgestaltung und Deinem Wohnsitz abhängt. Eine steuerliche Beratung darf und will ich als Versicherungsmakler nicht ersetzen.


Lass uns Deine Absicherung gemeinsam sortieren

Du willst wissen, ob HDI oder WCS zu Dir passt, welche Versicherungssumme sinnvoll ist und wie die drei Säulen für Deine Sportart zusammengreifen? Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns Deine Situation genau an. Ehrlich, auf Augenhöhe, ohne Verkaufsdruck.

  • Einordnung der drei Säulen passend zu Deiner Sportart und Karrierephase
  • Vergleich der Bedingungswerke von HDI und WCS für Deinen Fall
  • Saubere Vorab-Aufarbeitung Deiner Gesundheitsgeschichte vor dem Antrag
  • Klare Worte, wenn ich finde, dass eine Lösung nicht zu Dir passt

Quellen und rechtliche Grundlagen

Stand dieser Seite: Juni 2026. Alle Tarif-Aussagen wurden gegen die aktuellen Bedingungswerke der genannten Versicherer geprüft (HDI Sportversicherung Individual, Fassung 03/2022; WCS Sport SUB 2024). Die zitierten Gerichts- und Studienangaben wurden gegen die jeweilige Primärquelle verifiziert. Jährlich anzupassende Werte (z.B. Prämiensätze) werden zur nächsten Tarif-Herausgabe erneut geprüft.

Tarif-Bedingungen

  • HDI Sportversicherung Individual: Bedingungswerk Fassung 03/2022, Risikoträger HDI Global Specialty SE, Hannover (HRB 211924). Werte zu PTD-Definition, Fristen, Tagegeld-Karenz (ab 43. Tag), Leistungsdauer (max. 730 Tage) und Todesfallleistung daraus.
  • WCS Sport SUB 2024: Bedingungswerk SUB 2024, Vermittler Wunderlich Cover Solutions GmbH, Pfullingen, Risikoträger Lloyd's-Pool. Werte zu Sportunfähigkeits-Definition, Prämiensätzen, Leistungsdauer (bis 1.095 Tage), Versicherungssumme (bis 5 Mio. Euro), Youngsters-Variante, Karenzzeiten und Schadenfreiheitsrabatt daraus.
  • Risikoträger Lloyd's-Pool (WCS): Lloyd's Insurance Company SA (Brüssel), Starr Europe Insurance Limited (Malta), Hamilton Insurance DAC (Dublin), Liberty Mutual Insurance Europe SE (Luxemburg), Swiss Life (Luxembourg) SA.
  • ERGO Berufssportler-Tarif (zur Abgrenzung Säule 3): AUB 2020 SP, Mindestbeitrag 249,50 Euro pro Jahr. Nur als Vergleich zur Unfall-Gliedertaxe herangezogen.

Gerichtsurteile und Statistik

  • OLG Karlsruhe, Urteil 12 U 34/24: Verweisung eines berufsunfähigen Profi-Torwarts auf eine Tätigkeit als Torwarttrainer wurde als unwirksam beurteilt. Belege zu Einkommen und BU-Rente aus dem Urteilstext.
  • Verletzungs-Statistik Profifußball: Ekstrand et al. 2011, British Journal of Sports Medicine (DOI 10.1136/bjsm.2009.060582), sowie VBG-Sportreport 2025 und 2021. Bandbreite rund 2 bis 2,5 Verletzungen pro Saison.

Behördliche und gesetzliche Verweise

Gesetzliche Wortlaute zum Versicherungsvertragsrecht: gesetze-im-internet.de/vvg_2008 (VVG). Gerichtsentscheidungen sind über die offizielle Justiz-Datenbank des Landes Baden-Württemberg (landesrecht-bw.de) sowie die Rechtsprechungsdatenbank des Bundes (rechtsprechung-im-internet.de) zugänglich. Aufsicht und Marktdaten: bafin.de (BaFin) und gdv.de (GDV).

Hinweis zu diesem Artikel

Information, keine Rechts- oder Steuerberatung

Dieser Artikel informiert nach bestem Wissen und nach Stand der Rechtslage Juni 2026. Er stellt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Sozialrechtsberatung dar. Die genannten Werte (Versicherungssummen, Prämiensätze, Fristen, Leistungsdauern) gelten zum genannten Stand und können sich durch Tarif-Updates ändern.

Die Sportinvaliditäts- beziehungsweise Sportunfähigkeitsversicherung ist keine Berufsunfähigkeitsversicherung und ersetzt diese nicht. Ob ein Tarif für Dich passt, welche Versicherungssumme sinnvoll ist und unter welchen Bedingungen Du aufgenommen wirst, hängt von Deiner Sportart, Deinem Einkommen, Deiner Karrierephase und Deiner Gesundheitsgeschichte ab. Verbindliche Auskunft zu steuerlichen Auswirkungen erteilt Dein Steuerberater.

Bei Fragen zur Absicherung Deiner sportlichen Karriere bin ich als Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO Dein Ansprechpartner. Registriernummer D-4YKP-487AL-84, Sitz Bad Neuenahr-Ahrweiler. Ich bin nicht ausschließlich für einen Versicherer tätig und arbeite für Dich. Eine individuelle Rechts- oder Steuerberatung darf ich aus rechtlichen Gründen (Rechtsdienstleistungsgesetz) nicht erbringen. Für solche Fragen wende Dich an einen Anwalt oder Steuerberater.