Aktualisiert: 3. Juni 2026
Diese Seite zeigt Dir, wie Du als Profi- oder Lizenzsportler eine Unfallversicherung bekommst, die Dich auch
wirklich aufnimmt: welcher Tarif Profis akzeptiert, wann die Sofortleistung greift, welche Sportarten versichert
sind, was er kostet und wo die Unfallversicherung im Vier-Säulen-Konzept steht. Du erfährst außerdem, was sie
bewusst nicht leistet und wie Du Deinen Vertrag im Leistungsfall kugelsicher machst. Jede Zahl auf dieser Seite
ist gegen die Bedingungswerke und Primärquellen geprüft.
Die belastbarsten Zahlen kommen aus dem Profifußball: Dort beenden rund
zwei von drei ihre Karriere wegen Verletzung oder anderen medizinischen Gründen, fast 40
Prozent davon abrupt, von einem Tag auf den anderen (FIFA Medical Centre Regensburg, Krutsch-Studie). Diese
Zahlen stammen aus dem Fußball, aber Risiko existiert im Profisport allgemein. Wer den Sport zum Beruf macht,
lebt mit einem Körper, der jeden Tag im Einsatz ist. Genau dieser Körper ist für Standard-Unfallversicherungen
ein erhöhtes Risiko, das sie meist nicht versichern wollen.
Klassische private Unfallversicherungen lehnen Profi- und Lizenzsportler im Antrag
häufig ab. Auch bekannte Sportler-Tarife wie der allsafe bodyguard 2.0 sind für Hobby-Sportler und ambitionierte
Amateure ausgelegt. Profisportler werden dort nicht aufgenommen. Du zahlst dann entweder einen Tarif, der im
Schadensfall nicht greift, weil der Profi-Status nie sauber gemeldet war. Oder Du findest erst nach der
Ablehnung heraus, dass Dein Beruf nicht versicherbar war.
Ein ehrliches Wort zur Gliedertaxe, also der Liste, was jedes Körperteil prozentual wert
ist. Diese reinen Prozent-Werte sind im gesamten Unfall-Markt sehr ähnlich, auch beim ERGO-Tarif. Der
Unterschied für Profi-Sportler liegt also nicht in höheren Gliedertaxe-Werten, sondern an zwei anderen Stellen.
Erstens nimmt dieser Tarif Profi- und Lizenzsportler überhaupt erst auf, und das ohne Gesundheitsprüfung.
Zweitens kommen Zusatz-Bausteine obendrauf: Die Auszahlung beginnt ab 20 Prozent Invalidität und gilt dann auch
für die ersten 19 Prozent. Zwischen 40 und 60 Prozent legt eine Mehrleistungs-Staffel pro Prozentpunkt noch
einmal Geld drauf, ab 60 Prozent gibt es die volle Versicherungssumme. Und eine Sofortleistung zahlt bei elf
schweren Verletzungs-Klassen sofort, bevor die endgültige Invalidität überhaupt feststeht. Genau diese Punkte
machen den Tarif für Profi-Sportler stark.
Hinzu kommt die Bedingungs-Qualität im breiten Unfall-Markt. Im Franke-Bornberg-Rating
2024 wurden 417 Unfall-Tarife geprüft, nur jeder zehnte Tarif erreichte die
FFF-Bestwertung. Profis brauchen einen Tarif, der auf ihre Realität zugeschnitten ist. Genau diesen Tarif gibt
es im deutschen Markt, und er ist Thema der nächsten Sektionen.
Wenn Profi-Sportler an Absicherung denken, denken sie oft nur an die Unfallversicherung.
Das ist verständlich, denn der Begriff ist im Alltag bekannt. Tatsächlich ist die Unfallversicherung für Profis
aber nur eine Säule. Das eigentliche Fundament, das jeder Profisportler haben sollte, ist die
Sportinvaliditäts-/Sportunfähigkeits-Versicherung.
Diese Seite vertieft die dritte Säule, also die
Profi-Unfallversicherung. Wenn Du die anderen Säulen kennenlernen willst, findest Du die Einordnung im Hub für Profisportler-Absicherung oder Du sprichst mich an. Im
Erstgespräch sortieren wir die vier Säulen passend zu Deiner Sportart, Deinem Einkommen und Deiner
Karrierephase.
Im deutschen Markt ist der ERGO Berufssportler-Tarif eine echte
Seltenheit: ein Unfalltarif, der Berufssportler systematisch aufnimmt. Er ist auf die Realität von Profi- und
Lizenzsportlern zugeschnitten, mit einer Aufnahme-Logik ohne Standard-Gesundheitsprüfung, einer Sofortleistung
bei schweren Verletzungs-Klassen und einer Mehrleistungs-Staffel ab 40 Prozent Invalidität. Die folgenden
Abschnitte zerlegen die wichtigsten Tarif-Merkmale.
Die Aufnahme-Logik des ERGO Berufssportler-Tarifs ist die zentrale Besonderheit. Im
normalen Unfall-Markt verlangen Versicherer detaillierte Gesundheitsfragen, Vorschadenangaben und
Vorversicherungs-Informationen. Hier nicht. Der Tarif kommt
ohne Standard-Gesundheitsprüfung, ohne Vorschadenfragen, ohne Vorversicherungsfragen, ohne Risikozuschläge, ohne Summenzuschläge und ohne Alterszuschläge.
Auch eine individuelle Ausschlussklausel gibt es nicht.
Was Du erfüllen musst, ist überschaubar:
ständiger Wohnsitz in Deutschland und
Start- oder Spielberechtigung für einen deutschen Verein. Das ist die Schwelle. Laut ERGO
greift die Aufnahme damit für rund 90 Prozent der Profi- und Lizenzsportler in Deutschland.
Die Versicherungssumme für den Invaliditätsfall ist bis maximal
500.000 Euro wählbar. Das ist der Betrag, den Du bei 100 Prozent Invalidität ausgezahlt
bekommst. Bei niedrigeren Invaliditätsgraden wird er anteilig ausgezahlt, mit Berücksichtigung von Franchise und
Mehrleistungs-Staffel (siehe Abschnitt zur 20-Prozent-Schwelle).
Die Todesfallsumme kann höchstens so hoch sein wie die
Versicherungssumme für den Invaliditätsfall. Wenn Du also 500.000 Euro für den Invaliditätsfall vereinbarst,
kannst Du bis zu 500.000 Euro für den Todesfall mitversichern. Das ergibt Sinn für Profi-Sportler mit Familie
und finanziellen Verpflichtungen.
Die Sofortleistung beträgt zehn Prozent der Versicherungssumme,
gedeckelt auf maximal 10.000 Euro. Bei einer Versicherungssumme von 250.000 Euro liegt die Sofortleistung also
bei 10.000 Euro, gleichzeitig der Maximalbetrag.
Der Mindestbeitrag liegt bei 249,50 Euro pro Jahr als
Jahres-Einmalbeitrag per SEPA-Lastschrift. Eine Ratenzahlung gibt es nicht. Beispiel-Beiträge nach
Versicherungssumme:
Die konkrete Höhe hängt von Deiner Versicherungssumme und Deiner Sportart ab
(Beitragsgruppe 1 oder 2, siehe Sportarten-Sektion) und wird über das ERGO-Berechnungstool ermittelt. Die
Marketing-Aussage des Anbieters: seit dem Jahr 2000 ist der Preis für den Schutz nicht gestiegen.
Die Sofortleistung greift bei elf definierten schweren Verletzungs-Klassen. Sie wird
ausgezahlt, ohne dass die endgültige Invaliditätsbewertung abgewartet werden muss. Das ist im Schadensfall
finanziell wichtig, weil die Invaliditätsbewertung selbst oft Monate dauert.
- Kreuzbandruptur mit zwei Begleitverletzungen
- dieselbe Kreuzbandruptur bei einem vorgeschädigten Kreuzband (dann wird die halbe
Sofortleistung gezahlt, also 50 Prozent)
- Bimalleolarfraktur am Sprunggelenk
- Schultereckgelenksprengung Rockwood III oder Tossy III
- Offene Fraktur eines Röhrenknochens mit Sehnen-, Muskel-, Gefäß- oder Nervenschädigung
- Trümmerfraktur eines Röhrenknochens
- Polytrauma
- Schädel-Hirn-Trauma ab dem dritten Grad
- Erblindung beider Augen
- Amputation eines Fußes oder einer Hand
- Querschnittslähmung
Wichtig zu wissen: Die Sofortleistung wird
auf die spätere Invaliditätsleistung angerechnet. Sie ist also ein zeitlicher Vorschuss, kein
zusätzlicher Bonus. Der Anspruch erlischt ein Jahr nach dem Unfall. Bei einem
vorgeschädigten Kreuzband wird nur die halbe Sofortleistung gezahlt.
Der Tarif arbeitet mit einer 20-Prozent-Invaliditätsfranchise. Das
heißt: Erst wenn der gemessene Invaliditätsgrad mindestens 20 Prozent erreicht, gibt es eine Auszahlung. Liegt
er darunter (zum Beispiel bei 15 Prozent), bekommt der Versicherte nichts. Diese Schwelle ist Marktstandard,
schließt aber gerade bei Profis viele kleinere Verletzungen aus.
Wird die 20-Prozent-Schwelle überschritten, wirkt sie wie ein
Eintrittstor, nicht wie ein Selbstbehalt. Du bekommst dann eine Auszahlung auf Basis der
gesamten Invalidität, nicht nur auf den Anteil oberhalb der Schwelle. Beispiel: Bei einer ärztlich
festgestellten Invalidität von 30 Prozent rechnet der Tarif die vollen 30 Prozent ab, nicht nur die 10 Prozent
über der 20er-Schwelle.
Zwischen 40 und 60 Prozent Invalidität greift die
Mehrleistungs-Staffel. Pro Prozentpunkt oberhalb von 40 Prozent gibt es
zwei Prozent Mehrleistung auf die Versicherungssumme. Ab 60 Prozent
Invalidität werden in jedem Fall 100 Prozent der Versicherungssumme ausgezahlt, auch wenn der
tatsächliche Grad darunter liegt.
Konkret bedeutet das: Bei 50 Prozent Invalidität und 250.000 Euro Versicherungssumme
bekommst Du nicht 125.000 Euro, sondern 150.000 Euro, also 60 Prozent der Versicherungssumme. Ab 60 Prozent
Invalidität sind es bereits 100 Prozent. Das ist für Profi-Sportler besonders relevant, weil oft kleinere
Invaliditätsgrade die Karriere beenden, ohne dass der medizinische Wert die 100 Prozent erreicht.
Ehrlich gesagt: Auch der Profi-Tarif hat Lücken, die Du kennen musst. Die wichtigste
betrifft psychische Folgen. Der Tarif schließt psychische Beeinträchtigungen aus, auch wenn sie
durch einen versicherten Unfall ausgelöst wurden (ERGO-AUB 2020 SP Ziffer 5.2.6). Wenn Du nach einer schweren
Sportverletzung eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelst und deshalb nicht mehr spielen kannst, ist
das im Unfall-Tarif nicht gedeckt.
Eine zweite Lücke betrifft Menisken. Sie sind im erweiterten
Unfallbegriff nicht eingeschlossen (Ziffer 1.4.1). Ein Meniskus-Schaden ist im Tarif nur dann gedeckt, wenn ein
klassisches Unfallereignis (plötzlich von außen einwirkend) vorliegt. Eine schleichende Abnutzung im Training
wird in der Regel nicht erfasst.
Der ERGO Berufssportler-Tarif erfasst 50 Sportarten, aufgeteilt in zwei
Beitragsgruppen. Die Beitragsgruppen unterscheiden sich im Verletzungs-Risiko und damit im Beitragspromille. Die
folgende Tabelle zeigt beide Gruppen mit allen Sportarten. Wenn Du Deine Sportart hier findest, bist Du
grundsätzlich versicherbar.
Aufnahme bedeutet nicht automatisch Auszahlung. Das ist die unbequeme Wahrheit der
privaten Unfallversicherung. Selbst wenn Du in den Profi-Tarif aufgenommen wurdest und im Vertrag stehst, kann
der Versicherer im Leistungsfall die Auszahlung verzögern oder anfechten, wenn formale Fristen oder Nachweise
nicht stimmen. Genau hier liegt die Stelle, an der die meisten Verträge im Ernstfall wackeln.
Der ERGO Berufssportler-Tarif basiert auf dem Bedingungswerk ERGO-AUB 2020 SP. Diese
Bedingungen verlangen zwei Fristen, die jeder Versicherte kennen muss:
In der Praxis ist die ärztliche Feststellung der Invalidität der häufigste Stolperstein.
Viele Sportler glauben, das OP-Protokoll des behandelnden Arztes reiche aus. Tut es nicht. Ein
OP-Protokoll ist keine ärztliche Invaliditätsfeststellung. Du brauchst einen separaten
Arztbrief mit ausdrücklicher schriftlicher Stellungnahme zur Invalidität. Diese Stellungnahme muss innerhalb der
15-Monats-Frist vorliegen, sonst ist der Anspruch verfallen.
Diese Frist-Logik ist höchstrichterlich bestätigt. Der Bundesgerichtshof hat im
Leiturteil IV ZR 273/03 vom 23. Februar 2005 entschieden, dass eine schriftliche
Invaliditätsfeststellung binnen 15 Monaten als Wirksamkeitsvoraussetzung des Anspruchs wirksam ist. Wenn die
Feststellung fehlt, kann der Versicherer die Leistung ablehnen, selbst wenn die Invalidität objektiv gegeben
ist.
Beim ERGO-Tarif geht der Abschluss zügig: keine Gesundheitsprüfung, keine
Vorschadenfragen. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir Deine Ausgangslage. Wenn Du zusätzlich eine
Sportinvaliditäts-/Sportunfähigkeits-Versicherung brauchst (was die meisten Profis tun), arbeiten wir Deine
Gesundheits-Vorgeschichte forensisch auf und holen anonyme Risikovoranfragen ein. Erst dann steht fest, welcher
Anbieter Dich dort aufnimmt.
Die Profi-Unfallversicherung leistet bei konkreten Verletzungs-Folgen mit messbarer
Invalidität und bei den elf schweren Verletzungs-Klassen. Sie ist eine starke Säule. Sie ist aber nicht die
ganze Absicherung. Drei typische Schäden, die ein Profi-Sportler erleben kann, sind durch sie nicht oder nur
teilweise abgedeckt.
Die Kernbotschaft dieser Sektion: Die Unfallversicherung ist eine wertvolle Säule, aber
sie ist nicht das Fundament. Das Fundament ist die Sportinvaliditäts-/Sportunfähigkeits-Versicherung, weil sie
die Schäden auffängt, die eine Karriere wirklich beenden, also auch ohne klassisches Unfallereignis.
Quellen und rechtliche Grundlagen
Stand: 28. Mai 2026. Werte und Tarif-Bedingungen geprüft gegen die ERGO-Primärquellen
(Onepager, Antrag, AUB 2020 SP, BB Sofortleistung, Berechnungstool), gegen die GDV AUB 2020/2024, das
Franke-Bornberg-Rating 2024 und die BGH-Leiturteilsdatenbank.
Tarif-Bedingungen und Marktstandards
- ERGO Berufssportler-Tarif: Onepager + Antrag + AUB 2020 SP (Stand Dezember 2020,
Fassung Mai 2025) + Besondere Bedingungen Sofortleistung (Fassung Januar 2022) + Berechnungstool (Stand
Februar 2022). Werte zur Aufnahmequote, Versicherungssumme, Sofortleistung-Cap, Mindestbeitrag und
Beispiel-Beiträgen daraus.
- ERGO-AUB 2020 SP, Gliedertaxe (Ziffer 2.1.2.2.1): Quelle der im Tarif geltenden
Gliedertaxe-Werte (Arm 70 Prozent, Hand 55 Prozent, Bein 70 Prozent, Fuß 40 Prozent). Diese Werte
entsprechen dem üblichen AUB-Marktniveau.
- Franke-Bornberg Pressemitteilung 07/2024: Marktauswertung mit 417 geprüften
Unfall-Tarifen, FFF-Bestwertungs-Quote von rund zehn Prozent.
Rechtsgrundlagen und Gerichtsurteile
- VVG (Versicherungsvertragsgesetz), insbesondere § 186 VVG (Hinweispflicht des
Versicherers auf Fristen) und § 188 VVG (Neubemessung der Invalidität). Online verfügbar unter gesetze-im-internet.de/vvg_2008.
- BGH IV ZR 273/03 vom 23.02.2005 (BGHZ 162, 210): Leitentscheidung zur Wirksamkeit der
AUB-Fristenregelung unter Transparenzgebot. Schriftliche Invaliditätsfeststellung binnen 15 Monaten ist
wirksam.
Stakes-Belege
- FIFA Medical Centre of Excellence Regensburg, Krutsch-Studie: Befragung von 120
ehemaligen Profifußballern in Deutschland. Karriereende-Anteile durch Verletzung und abrupt eintretende
Karriereenden. Veröffentlicht über die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und
Unfallchirurgie.
Behördliche Verweise
Aktuelle Marktdaten und Bedingungen können über das Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und den Gesamtverband der Versicherer
(GDV) abgerufen werden. Bei rechtlichen Fragen ist die offizielle Justiz-Datenbank des
Bundesgerichtshofs (bundesgerichtshof.de) maßgeblich.
Wichtiger Hinweis
Stand der Rechtslage und Tarif-Bedingungen: Mai 2026. Die genannten Werte
(Versicherungssummen, Beiträge, Aufnahmequoten, Verletzungs-Klassen) gelten zum genannten Stand und können
sich durch Tarif-Updates ändern.
Dieser Beitrag ist Versicherungsmakler-Information nach § 34d Abs. 1 GewO
(Maklerregister-Nummer D-4YKP-487AL-84, Sitz Bad Neuenahr-Ahrweiler). Er dient der allgemeinen
Marktinformation und ersetzt keine individuelle Beratung. Die konkrete Tarif-Wahl, die Versicherbarkeit und
die Bedingungen hängen von Deiner Sportart, Deinem Einkommen, Deiner Karrierephase und Deiner
Gesundheits-Vorgeschichte ab.
Ich bin als Versicherungsmakler nicht ausschließlich für einen Versicherer tätig. Die Beratung umfasst keine
individuelle Rechts-, Steuer- oder Sozialrechtsberatung. Für solche Fragen wende Dich an einen Anwalt oder
Steuerberater.