Warum Standard-Unfallversicherungen Profisportler ablehnen
Rund zwei von drei Profifußballern beenden ihre Karriere wegen Verletzung oder anderen medizinischen Gründen. Fast 40 Prozent davon trifft es abrupt, von einem Tag auf den anderen (FIFA Medical Centre Regensburg, Krutsch-Studie). Wer als Profi den Sport zum Beruf macht, lebt mit einem Körper, der jeden Tag im Einsatz ist. Genau dieser Körper ist für Standard-Unfallversicherungen ein erhöhtes Risiko, das sie meist nicht versichern wollen.
Klassische private Unfallversicherungen lehnen Profi- und Lizenzsportler im Antrag häufig ab. Auch bekannte Sportler-Tarife wie der allsafe bodyguard 2.0 sind für Hobby-Sportler und ambitionierte Amateure ausgelegt. Profisportler werden dort nicht aufgenommen. Du zahlst dann entweder einen Tarif, der im Schadensfall nicht greift, weil der Profi-Status nie sauber gemeldet war. Oder Du findest erst nach der Ablehnung heraus, dass Dein Beruf nicht versicherbar war.
Standard-Sportler-Tarife wie allsafe bodyguard 2.0 nehmen keine Profisportler auf. Sie sind für Hobby- und Vereinsamateure ausgelegt. Wenn Du als Profi-Vertragsspieler unterschreibst, ohne Deinen Status sauber zu klären, ist Dein Vertrag im Leistungsfall angreifbar.
Selbst wenn Du als Profi in einen Standard-Tarif kommst, ist die Gliedertaxe (also die Liste, was jedes Körperteil prozentual wert ist) nicht auf Profi-Sportler zugeschnitten. Die Standard-Gliedertaxe der AUB 2020/2024 sieht zum Beispiel für einen Fuß 50 Prozent Invaliditätsleistung vor, für eine Hand 55 Prozent, für ein Bein 70 Prozent. Für einen Bürohelfer reichen solche Werte oft aus. Für einen Profi-Fußballer, dessen Bein die Existenzgrundlage ist, sind sie zu niedrig.
Hinzu kommt die Bedingungs-Qualität im breiten Unfall-Markt. Im Franke-Bornberg-Rating 2024 wurden 417 Unfall-Tarife geprüft, nur jeder zehnte Tarif erreichte die FFF-Bestwertung. Profis brauchen einen Tarif, der auf ihre Realität zugeschnitten ist. Genau diesen Tarif gibt es im deutschen Markt, und er ist Thema der nächsten Sektionen.
Drei-Säulen-Konzept: wo die Unfallversicherung steht
Wenn Profi-Sportler an Absicherung denken, denken sie oft nur an die Unfallversicherung. Das ist verständlich, denn der Begriff ist im Alltag bekannt. Tatsächlich ist die Unfallversicherung für Profis aber nur eine Säule. Das eigentliche Fundament, das jeder Profisportler haben sollte, ist die Sportinvaliditäts-/Sportunfähigkeits-Versicherung.
Drei-Säulen-Konzept für Profi-Absicherung
Eine ehrliche Profi-Absicherung besteht aus drei Bausteinen, die jeweils unterschiedliche Risiken abdecken. Sie ersetzen sich nicht, sondern ergänzen sich.
Sportinvaliditäts-/Sportunfähigkeits-Versicherung
Zahlt, wenn Du Deinen Sport nicht mehr ausüben kannst. Egal ob der Auslöser ein Unfall oder eine Krankheit war. Über Lloyd's-Coverholder verfügbar, mit Risikoprüfung. Das sollte jeder Profi haben.
Krankentagegeld für Profis
Zahlt während Reha und langer Trainingspause, wenn der Verein nicht mehr Lohn fortzahlt. Tagessätze bis 1.500 Euro möglich.
Profi-Unfallversicherung
Zahlt bei konkreten Verletzungs-Folgen mit Invaliditäts-Grad und bei zehn schweren Verletzungs-Klassen sofort. Diese Seite zeigt diese Säule im Detail.
Diese Seite vertieft die dritte Säule, also die Profi-Unfallversicherung. Wenn Du die anderen beiden Bausteine kennenlernen willst, findest Du die Einordnung im Hub für Profisportler-Absicherung oder Du sprichst mich an. Im Erstgespräch sortieren wir die drei Säulen passend zu Deiner Sportart, Deinem Einkommen und Deiner Karrierephase.
Der Profi-Tarif für Unfallversicherung im Detail
Im deutschen Markt gibt es im engeren Sinne einen einzigen Profi-Unfalltarif, der Berufssportler systematisch aufnimmt: den ERGO Berufssportler-Tarif. Er ist auf die Realität von Profi- und Lizenzsportlern zugeschnitten, mit einer Aufnahme-Logik ohne Standard-Gesundheitsprüfung, einer Sofortleistung bei schweren Verletzungs-Klassen und einer Mehrleistungs-Staffel ab 40 Prozent Invalidität. Die folgenden Abschnitte zerlegen die wichtigsten Tarif-Merkmale.
Key Facts ERGO Berufssportler-Tarif
- Aufnahmequote: rund 90 Prozent der Profisportler in Deutschland, ohne Gesundheitsprüfung
- Maximale Versicherungssumme Invalidität: 500.000 Euro
- Sofortleistung: bei zehn schweren Verletzungs-Klassen, bis 10.000 Euro
- Versicherungsumfang: 24 Stunden, weltweit, Voraussetzung ständiger Wohnsitz in Deutschland und Start- oder Spielberechtigung für einen deutschen Verein
- Beitragsmodell: Jahres-Einmalbeitrag per SEPA-Lastschrift, Mindestbeitrag 249,50 Euro pro Jahr
- Vertragsbindung: längstens ein Jahr, keine automatische Verlängerung
Wer wird vom Profi-Tarif aufgenommen?
Die Aufnahme-Logik des ERGO Berufssportler-Tarifs ist die zentrale Besonderheit. Im normalen Unfall-Markt verlangen Versicherer detaillierte Gesundheitsfragen, Vorschadenangaben und Vorversicherungs-Informationen. Hier nicht. Der Tarif kommt ohne Standard-Gesundheitsprüfung, ohne Vorschadenfragen, ohne Vorversicherungsfragen, ohne Risikozuschläge, ohne Summenzuschläge und ohne Alterszuschläge. Auch eine individuelle Ausschlussklausel gibt es nicht.
Was Du erfüllen musst, ist überschaubar: ständiger Wohnsitz in Deutschland und Start- oder Spielberechtigung für einen deutschen Verein. Das ist die Schwelle. Für rund 90 Prozent der Profi- und Lizenzsportler in Deutschland greift die Aufnahme damit.
Die verbleibenden zehn Prozent sind in der Regel sehr spezielle Konstellationen. Zum Beispiel Sportarten, die in der Negativ-Liste stehen (mehr dazu unten in der Sportarten-Sektion), oder Vertrags-Strukturen, die nicht eindeutig zuordenbar sind. In solchen Fällen klären wir die Situation gemeinsam vor dem Antrag.
Welche Versicherungssummen sind möglich?
Die Invaliditätsleistung ist bis maximal 500.000 Euro versicherbar. Das ist die Auszahlungssumme, die Du bei 100 Prozent Invalidität bekommen würdest. Bei niedrigeren Invaliditätsgraden wird sie anteilig ausgezahlt, mit Berücksichtigung von Franchise und Mehrleistungs-Staffel (siehe Abschnitt zur 20-Prozent-Schwelle).
Die Todesfallleistung kann höchstens so hoch sein wie die Invaliditätsleistung. Wenn Du also 500.000 Euro Invaliditätssumme vereinbarst, kannst Du bis zu 500.000 Euro Todesfallleistung mitversichern. Das ergibt Sinn für Profi-Sportler mit Familie und finanziellen Verpflichtungen.
Die Sofortleistung beträgt zehn Prozent der Invaliditätssumme, gedeckelt auf maximal 10.000 Euro. Bei einer Invaliditätssumme von 250.000 Euro liegt die Sofortleistung also bei 10.000 Euro, gleichzeitig der Maximalbetrag.
Der Mindestbeitrag liegt bei 249,50 Euro pro Jahr als Jahres-Einmalbeitrag per SEPA-Lastschrift. Eine Ratenzahlung gibt es nicht. Beispiel-Beiträge nach Versicherungssumme:
- Invalidität 250.000 Euro, Todesfall 25.000 Euro, Sofortleistung 10.000 Euro: 1.052,85 Euro pro Jahr (Beispielwerte inklusive 19 Prozent VS)
- Invalidität 500.000 Euro, Todesfall 50.000 Euro, Sofortleistung 10.000 Euro: 1.988,49 Euro pro Jahr
Die konkrete Höhe richtet sich nach Deiner Sportart (Beitragsgruppe 1 oder 2, siehe Sportarten-Sektion). Die Marketing-Aussage des Anbieters: seit dem Jahr 2000 ist der Preis für den Schutz nicht gestiegen.
Wann zahlt die Sofortleistung bei schweren Verletzungen?
Die Sofortleistung greift bei zehn definierten schweren Verletzungs-Klassen. Sie wird ausgezahlt, ohne dass die endgültige Invaliditätsbewertung abgewartet werden muss. Das ist im Schadensfall finanziell wichtig, weil die Invaliditätsbewertung selbst oft Monate dauert.
- Kreuzbandruptur mit zwei Begleitverletzungen
- Bimalleolarfraktur am Sprunggelenk
- Schultereckgelenksprengung Rockwood III oder Tossy III
- Offene Fraktur eines Röhrenknochens mit Sehnen-, Muskel-, Gefäß- oder Nervenschädigung
- Trümmerfraktur eines Röhrenknochens
- Polytrauma
- Schädel-Hirn-Trauma ab dem dritten Grad
- Erblindung beider Augen
- Amputation eines Fußes oder einer Hand
- Querschnittslähmung
Wichtig zu wissen: Die Sofortleistung wird auf die spätere Invaliditätsleistung angerechnet. Sie ist also ein zeitlicher Vorschuss, kein zusätzlicher Bonus. Der Anspruch erlischt ein Jahr nach dem Unfall. Bei einem vorgeschädigten Kreuzband wird nur die halbe Sofortleistung gezahlt.
Wie funktioniert die 20-Prozent-Schwelle und die Mehrleistungs-Staffel?
Der Tarif arbeitet mit einer 20-Prozent-Invaliditätsfranchise. Das heißt: Erst wenn der gemessene Invaliditätsgrad mindestens 20 Prozent erreicht, gibt es eine Auszahlung. Liegt er darunter (zum Beispiel bei 15 Prozent), bekommt der Versicherte nichts. Diese Schwelle ist Marktstandard, schließt aber gerade bei Profis viele kleinere Verletzungen aus.
Wird die 20-Prozent-Schwelle überschritten, wirkt sie wie ein Eintrittstor, nicht wie ein Selbstbehalt. Du bekommst dann eine Auszahlung auf Basis der gesamten Invalidität, nicht nur auf den Anteil oberhalb der Schwelle. Beispiel: Bei einer ärztlich festgestellten Invalidität von 30 Prozent rechnet der Tarif die vollen 30 Prozent ab, nicht nur die 10 Prozent über der 20er-Schwelle.
Zwischen 40 und 60 Prozent Invalidität greift die Mehrleistungs-Staffel. Pro Prozentpunkt Invalidität gibt es zwei Prozent Mehrleistung auf die Versicherungssumme. Ab 60 Prozent Invalidität werden in jedem Fall 100 Prozent der Versicherungssumme ausgezahlt, auch wenn der tatsächliche Grad darunter liegt.
Konkret bedeutet das: Bei 50 Prozent Invalidität bekommst Du nicht 50 Prozent der Versicherungssumme, sondern 50 Prozent plus die Mehrleistung-Staffel-Erhöhung. Bei 60 Prozent Invalidität sind es bereits 100 Prozent der Versicherungssumme. Das ist für Profi-Sportler besonders relevant, weil oft kleinere Invaliditätsgrade die Karriere beenden, ohne dass der medizinische Wert die 100 Prozent erreicht.
Was schließt der Tarif aus?
Ehrlich gesagt: Auch der Profi-Tarif hat Lücken, die Du kennen musst. Die wichtigste betrifft psychische Folgen. Der Tarif schließt psychische Beeinträchtigungen aus, auch wenn sie durch einen versicherten Unfall ausgelöst wurden (ERGO-AUB 2020 SP Ziffer 5.2.6). Wenn Du nach einer schweren Sportverletzung eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelst und deshalb nicht mehr spielen kannst, ist das im Unfall-Tarif nicht gedeckt.
Eine zweite Lücke betrifft Menisken. Sie sind im erweiterten Unfallbegriff nicht eingeschlossen (Ziffer 1.4.1). Ein Meniskus-Schaden ist im Tarif nur dann gedeckt, wenn ein klassisches Unfallereignis (plötzlich von außen einwirkend) vorliegt. Eine schleichende Abnutzung im Training wird in der Regel nicht erfasst.
Welche Ergänzung diese Lücken schließt
Sowohl psychische Folgen als auch Krankheits-Ursachen ohne klassisches Unfallereignis sind Themen, die eine Sportinvaliditäts-/Sportunfähigkeits-Versicherung abdeckt. Sie zahlt, egal ob ein Unfall oder eine Krankheit der Auslöser ist, sobald die sportliche Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden kann. Genau deshalb ist sie das Fundament-Produkt, das jeder Profi haben sollte, und die Unfallversicherung die ergänzende Säule.
Welche Sportarten sind versicherbar?
Der ERGO Berufssportler-Tarif erfasst 50 Sportarten, aufgeteilt in zwei Beitragsgruppen. Die Beitragsgruppen unterscheiden sich im Verletzungs-Risiko und damit im Beitragspromille. Die folgende Tabelle zeigt beide Gruppen mit allen Sportarten. Wenn Du Deine Sportart hier findest, bist Du grundsätzlich versicherbar.
Beitragsgruppe 1 (29 Sportarten)
Geringeres Beitragspromille, niedrigeres Verletzungs-Risiko-Profil- Badminton
- Baseball
- Basketball
- Bogenschießen
- Curling
- Eishockey
- Faustball
- Fußball
- Golf
- Handball
- Hockey
- Kanu
- Kanuslalom
- Leichtathletik
- Rhythmische Sportgymnastik
- Rudern
- Schießen
- Schwimmen
- Segeln
- Softball
- Squash
- Synchronschwimmen
- Tanzen
- Tennis
- Tischtennis
- Volleyball
- Wasserball
- Wasserspringen
- Windsurfen
Beitragsgruppe 2 (21 Sportarten)
Höheres Beitragspromille, höheres Verletzungs-Risiko-Profil- Bahnrad
- Biathlon
- Bob
- Eiskunstlauf
- Eisschnelllauf
- Fechten
- Gewichtheben
- Judo
- Moderner Fünfkampf
- Nordische Kombination
- Rennrodeln
- Ringen
- Short Track
- Skeleton
- Skilanglauf
- Skispringen
- Triathlon
- Turnen
- Ultramarathon
- Wakeboarden
- Wasserski
Nicht versicherbar im Profi-Tarif
Der Tarif schließt folgende Sportarten aus:
- Apnoetauchen
- Boxen
- Motorsport
- Radrennfahren (Straßen-Radsport), Bahnrad ist hingegen versicherbar (Beitragsgruppe 2)
- Reiten
- Ski alpin
Wenn Du Profi in einer dieser Sportarten bist, lohnt sich eine individuelle Marktprüfung. Es gibt Speziallösungen über andere Risikoträger. Sprich mich an, dann klären wir das im Erstgespräch.
Was den Vertrag im Leistungsfall wirklich kugelsicher macht
Aufnahme bedeutet nicht automatisch Auszahlung. Das ist die unbequeme Wahrheit der privaten Unfallversicherung. Selbst wenn Du in den Profi-Tarif aufgenommen wurdest und im Vertrag stehst, kann der Versicherer im Leistungsfall die Auszahlung verzögern oder anfechten, wenn formale Fristen oder Nachweise nicht stimmen. Genau hier liegt die Stelle, an der die meisten Verträge im Ernstfall wackeln.
Der ERGO Berufssportler-Tarif basiert auf den AUB 2020/2024. Diese Bedingungen verlangen zwei Fristen, die jeder Versicherte kennen muss:
- Die Invalidität muss binnen 15 Monaten nach dem Unfall eingetreten und ärztlich festgestellt sein.
- Der Anspruch muss binnen 18 bis 24 Monaten nach dem Unfall geltend gemacht werden.
In der Praxis ist die ärztliche Feststellung der Invalidität der häufigste Stolperstein. Viele Sportler glauben, das OP-Protokoll des behandelnden Arztes reiche aus. Tut es nicht. Ein OP-Protokoll ist keine ärztliche Invaliditätsfeststellung. Du brauchst einen separaten Arztbrief mit ausdrücklicher schriftlicher Stellungnahme zur Invalidität. Diese Stellungnahme muss innerhalb der 15-Monats-Frist vorliegen, sonst ist der Anspruch verfallen.
Diese Frist-Logik ist höchstrichterlich bestätigt. Der Bundesgerichtshof hat im Leiturteil IV ZR 273/03 vom 23. Februar 2005 entschieden, dass eine schriftliche Invaliditätsfeststellung binnen 15 Monaten als Wirksamkeitsvoraussetzung des Anspruchs wirksam ist. Wenn die Feststellung fehlt, kann der Versicherer die Leistung ablehnen, selbst wenn die Invalidität objektiv gegeben ist.
Forensische Gesundheitsanalyse vor Vertragsabschluss
Der Profi-Tarif kommt ohne Standard-Gesundheitsprüfung. Trotzdem prüfen wir vor Vertragsabschluss Deine komplette Gesundheits-Vorgeschichte. Diese forensische Aufarbeitung deckt Stolpersteine auf, die im Leistungsfall Probleme machen könnten (Vorschäden an Gelenken, frühere Operationen, dokumentierte Diagnosen, die später als Vorerkrankung gewertet werden könnten). Bei der Unfallversicherung selbst wirkt sich das nicht direkt aus, weil ERGO keine Gesundheitsfragen stellt. Sie ist aber die zwingende Vorarbeit für die Sportinvaliditäts-/Sportunfähigkeits-Versicherung, die im Drei-Säulen-Konzept das Fundament-Produkt ist. Genau dort entscheidet die forensische Aufarbeitung darüber, ob Du im Leistungsfall die volle Auszahlung bekommst oder ob der Versicherer Deinen Vertrag anficht.
Drei Schritte zur kugelsicheren Vertragsbasis
Komplette Gesundheits-Akte zusammenstellen
Wir tragen Deine Akte zusammen, zehn Jahre rückwirkend. Arztbriefe, Diagnose-Codes, OP-Berichte, Reha-Unterlagen. Jede dokumentierte Diagnose wird mit den Gesundheitsfragen des geplanten Vertrags abgeglichen.
Anonyme Risikovoranfragen einholen
Wir holen bei den relevanten Risikoträgern anonyme Voranfragen ein. So weißt Du vorab, welcher Anbieter Dich aufnimmt und unter welchen Bedingungen, ohne dass Dein Name im Markt gemeldet wird.
Antrag mit voller Transparenz stellen
Erst wenn Risikoträger, Bedingungen und Antragsfragen sauber geklärt sind, stellst Du den Antrag. Im Leistungsfall hat der Versicherer keinen Spielraum für Anfechtung, weil jede Vorgeschichte sauber aufgearbeitet und mit ihm abgestimmt ist.
Beim ERGO-Tarif geht der Abschluss zügig: keine Gesundheitsprüfung, keine Vorschadenfragen. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir Deine Ausgangslage. Wenn Du zusätzlich eine Sportinvaliditäts-/Sportunfähigkeits-Versicherung brauchst (was die meisten Profis tun), arbeiten wir Deine Gesundheits-Vorgeschichte forensisch auf und holen anonyme Risikovoranfragen ein. Erst dann steht fest, welcher Anbieter Dich dort aufnimmt.
Was die Unfallversicherung NICHT leistet (und wo das Fundament fehlt)
Die Profi-Unfallversicherung leistet bei konkreten Verletzungs-Folgen mit messbarer Invalidität und bei den zehn schweren Verletzungs-Klassen. Sie ist eine starke Säule. Sie ist aber nicht die ganze Absicherung. Drei typische Schäden, die ein Profi-Sportler erleben kann, sind durch sie nicht oder nur teilweise abgedeckt.
← Tabelle zur Seite wischen, um alle drei Spalten zu sehen →
| Schadens-Szenario | Profi-Unfallversicherung leistet | Das fehlende Fundament |
|---|---|---|
| Karriereende ohne Unfall-Ursache (chronische Überlastung, Knorpel-Verschleiß, Bandscheiben-Schaden, Krebs) | Nein. Die Unfallversicherung verlangt ein klassisches Unfallereignis als Auslöser. | Sportinvaliditäts-/Sportunfähigkeits-Versicherung über Lloyd's-Coverholder. Sie zahlt, egal ob ein Unfall oder eine Krankheit der Auslöser ist, sobald Du die sportliche Tätigkeit nicht mehr ausüben kannst. Das ist das Fundament-Produkt im Drei-Säulen-Konzept. |
| Verdienstausfall während langer Reha (Trainingspause ohne Lohnfortzahlung vom Verein) | Nein. Die Unfallversicherung zahlt einmalig bei messbarer Invalidität, nicht laufend für den Verdienstausfall. | Krankentagegeld für Profi-Sportler. Tagessätze sind bis 1.500 Euro versicherbar. Achtung beim DKV Profi-Tarif: die Auslandsdeckung gilt nur vier Wochen außerhalb Europas (kritisch bei Trainings-Camps in Übersee, Vereinswechseln nach USA oder Asien, längeren Reha-Aufenthalten). |
| Karriereende durch psychische Folgen einer Sportverletzung (Trauma, Depression, Angststörung) | Nein. Der ERGO Berufssportler-Tarif schließt psychische Folgen explizit aus (AUB 2020 SP Ziffer 5.2.6), auch wenn sie unfallbedingt sind. | Eine Sportinvaliditäts-/Sportunfähigkeits-Versicherung mit dem entsprechenden Baustein. Auch hier ist die Versicherbarkeit anbieterabhängig und braucht die forensische Vorarbeit. |
| Schaden nach Vertragsende oder Vereinswechsel (alte Verein-Versicherung greift nicht mehr, neue Verein-Versicherung noch nicht) | Ja, der private ERGO-Tarif bleibt vom Verein losgelöst bestehen, längstens ein Jahr, dann verlängerbar. | Genau das ist der Punkt: Verein-Versicherungen enden mit dem Vertragsende. Eine private Lösung ist das, was nach jedem Vereinswechsel weiter greift. |
← Tabelle zur Seite wischen, um alle drei Spalten zu sehen →
Die Sportinvaliditäts-/Sportunfähigkeits-Versicherung und das Krankentagegeld vertiefen wir in eigenen Beratungs-Themen. Wenn Dich der Aufbau interessiert, sprich mich an oder schau im Hub für Profisportler-Absicherung rein.
Die Kernbotschaft dieser Sektion: Die Unfallversicherung ist eine wertvolle Säule, aber sie ist nicht das Fundament. Das Fundament ist die Sportinvaliditäts-/Sportunfähigkeits-Versicherung, weil sie die Schäden auffängt, die eine Karriere wirklich beenden, also auch ohne klassisches Unfallereignis.
Häufige Fragen zur Unfallversicherung für Profisportler
Werde ich als Profi-Sportler vom Tarif aufgenommen?
In rund 90 Prozent der Fälle ja. Der ERGO Berufssportler-Tarif kommt ohne Standard-Gesundheitsprüfung und ohne Vorschadenfragen. Voraussetzung ist ständiger Wohnsitz in Deutschland und Start- oder Spielberechtigung für einen deutschen Verein. Wenn Deine Sportart in der Negativ-Liste steht (Apnoetauchen, Boxen, Motorsport, Straßen-Radsport, Reiten, Ski alpin) oder Deine Vertrags-Struktur nicht eindeutig zuordenbar ist, prüfen wir die Alternativen vor dem Antrag.
Wann zahlt die Sofortleistung bei einer Verletzung?
Die Sofortleistung greift bei zehn definierten schweren Verletzungs-Klassen: Kreuzbandruptur mit zwei Begleitverletzungen, Bimalleolarfraktur Sprunggelenk, Schultereckgelenksprengung Rockwood III, offene Fraktur eines Röhrenknochens mit zusätzlicher Schädigung, Trümmerfraktur, Polytrauma, Schädel-Hirn-Trauma ab Grad drei, Erblindung beider Augen, Amputation Fuß oder Hand, Querschnittslähmung. Die Auszahlung erfolgt ohne Warten auf die endgültige Invaliditätsbewertung, gedeckelt bei 10.000 Euro. Sie wird auf die spätere Invaliditätsleistung angerechnet und erlischt ein Jahr nach dem Unfall.
Welche Sportarten sind versicherbar?
50 Sportarten in zwei Beitragsgruppen sind versicherbar. Beitragsgruppe 1 (29 Sportarten, niedrigeres Promille) umfasst unter anderem Fußball, Handball, Basketball, Volleyball, Tennis, Eishockey, Leichtathletik, Schwimmen. Beitragsgruppe 2 (21 Sportarten, höheres Promille) umfasst zum Beispiel Bahnrad, Biathlon, Bob, Skispringen, Skilanglauf, Triathlon, Judo, Ringen, Turnen, Wakeboarden. Nicht versicherbar sind Apnoetauchen, Boxen, Motorsport, Straßen-Radsport, Reiten und Ski alpin. Die vollständige Tabelle steht oben in der Sportarten-Sektion.
Was kostet der Profi-Tarif konkret?
Der Mindestbeitrag liegt bei 249,50 Euro pro Jahr (Jahres-Einmalbeitrag per SEPA-Lastschrift, keine Ratenzahlung). Zwei Beispielwerte aus dem ERGO-Berechnungstool inklusive 19 Prozent Versicherungsteuer: bei 250.000 Euro Invaliditätssumme, 25.000 Euro Todesfall und 10.000 Euro Sofortleistung sind es 1.052,85 Euro pro Jahr. Bei 500.000 Euro Invaliditätssumme, 50.000 Euro Todesfall und 10.000 Euro Sofortleistung sind es 1.988,49 Euro pro Jahr. Die konkrete Höhe hängt von Deiner Sportart ab (Beitragsgruppe 1 oder 2).
Brauche ich vor dem Antrag eine forensische Gesundheits-Aufarbeitung?
Für den ERGO Berufssportler-Tarif selbst nicht zwingend, weil keine Standard-Gesundheitsprüfung verlangt wird. Für die Sportinvaliditäts-/Sportunfähigkeits-Versicherung (das Fundament-Produkt im Drei-Säulen-Konzept) ja, dringend. Dort entscheidet die saubere Aufarbeitung der zehn Jahre rückwirkenden Gesundheits-Akte darüber, ob Du aufgenommen wirst und welche Bedingungen Du bekommst. In unserer Beratung machen wir die Aufarbeitung gemeinsam, plus anonyme Risikovoranfragen, bevor Du irgendwo Deinen Namen meldest.
Reicht die Vereinsversicherung als Profi-Absicherung?
Nein. Vereinsversicherungen sind in den meisten Fällen auf die Dauer der Vertragsbeziehung mit dem Verein begrenzt. Endet der Vertrag, endet die Absicherung. Bei Vereinswechseln, Auflösung des Vertrags oder Karriereende durch Verletzung bist Du ohne private Lösung schutzlos. Außerdem decken Vereinsversicherungen oft nur Schäden während Training und Wettkampf für den jeweiligen Verein ab, nicht 24 Stunden weltweit wie der ERGO-Tarif.
Was passiert mit Menisken oder psychischen Folgen nach einer Verletzung?
Beides sind Tarif-Ausschlüsse beim ERGO Berufssportler-Tarif. Menisken sind im erweiterten Unfallbegriff nicht mit aufgenommen (Ziffer 1.4.1). Sie sind nur dann gedeckt, wenn ein klassisches Unfallereignis nachweisbar ist. Psychische Folgen einer Verletzung (Trauma, Depression, Angststörung) sind generell ausgeschlossen (Ziffer 5.2.6), auch wenn sie unfallbedingt sind. Beide Lücken werden über eine Sportinvaliditäts-/Sportunfähigkeits-Versicherung mit passendem Baustein abgedeckt.
Wie unterscheidet sich der Tarif von einer Sportinvaliditäts-/Sportunfähigkeits-Versicherung?
Sie sind unterschiedliche Produkte, die sich ergänzen. Die Profi-Unfallversicherung (ERGO Berufssportler-Tarif) zahlt bei konkreten Verletzungs-Folgen mit messbarer Invalidität, plus Sofortleistung bei zehn Verletzungs-Klassen, plus Todesfallleistung. Die Sportinvaliditäts-/Sportunfähigkeits-Versicherung zahlt nicht nach Prozent-Skala, sondern nach einer einfachen Frage: kannst Du Deinen Sport noch ausüben, ja oder nein. Sie greift, egal ob der Auslöser ein Unfall oder eine Krankheit war. Für Profis ist sie das Fundament der Absicherung, weil sie die echten Karriereende-Szenarien auffängt. Die Unfallversicherung ist die ergänzende Säule.
Kostenloses Erstgespräch zur Profi-Absicherung
Du willst wissen, welcher Tarif zu Deiner Sportart, Deinem Einkommen und Deiner Karrierephase passt? Im Erstgespräch sortieren wir die drei Säulen und klären, welcher Anbieter Dich aufnimmt. Kostenlos und unverbindlich.
- Sortierung der drei Säulen (Sportinvaliditäts-/Sportunfähigkeits-Versicherung + Krankentagegeld + Profi-Unfallversicherung)
- Forensische Gesundheits-Aufarbeitung für die Säule, die sie braucht
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- Volle Transparenz, sogar bei dem, was ich verdiene
Quellen und rechtliche Grundlagen
Stand: 28. Mai 2026. Werte und Tarif-Bedingungen geprüft gegen die ERGO-Primärquellen (Onepager, Antrag, AUB 2020 SP, BB Sofortleistung, Berechnungstool), gegen die GDV AUB 2020/2024, das Franke-Bornberg-Rating 2024 und die BGH-Leiturteilsdatenbank.
Tarif-Bedingungen und Marktstandards
- ERGO Berufssportler-Tarif: Onepager + Antrag + AUB 2020 SP (Stand Dezember 2020, Fassung Mai 2025) + Besondere Bedingungen Sofortleistung (Fassung Januar 2022) + Berechnungstool (Stand Februar 2022). Werte zur Aufnahmequote, Versicherungssumme, Sofortleistung-Cap, Mindestbeitrag und Beispiel-Beiträgen daraus.
- GDV AUB 2020/2024: Marktstandard der Allgemeinen Unfallversicherungs-Bedingungen, Quelle der Standard-Gliedertaxe (Arm 70 Prozent, Hand 55 Prozent, Bein 70 Prozent, Fuß 50 Prozent).
- Franke-Bornberg Pressemitteilung 07/2024: Marktauswertung mit 417 geprüften Unfall-Tarifen, FFF-Bestwertungs-Quote von rund zehn Prozent.
Rechtsgrundlagen und Gerichtsurteile
- VVG (Versicherungsvertragsgesetz), insbesondere §§ 186, 188 zur Anzeigepflicht und Fristen. Online verfügbar unter gesetze-im-internet.de/vvg.
- BGH IV ZR 273/03 vom 23.02.2005 (BGHZ 162, 210): Leitentscheidung zur Wirksamkeit der AUB-Fristenregelung unter Transparenzgebot. Schriftliche Invaliditätsfeststellung binnen 15 Monaten ist wirksam.
Stakes-Belege
- FIFA Medical Centre of Excellence Regensburg, Krutsch-Studie: Befragung von 120 ehemaligen Profifußballern in Deutschland. Karriereende-Anteile durch Verletzung und abrupt eintretende Karriereenden. Veröffentlicht über die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Behördliche Verweise
Aktuelle Marktdaten und Bedingungen können über das Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und den Gesamtverband der Versicherer (GDV) abgerufen werden. Bei rechtlichen Fragen ist die offizielle Justiz-Datenbank des Bundesgerichtshofs (bundesgerichtshof.de) maßgeblich.
Wichtiger Hinweis
Stand der Rechtslage und Tarif-Bedingungen: Mai 2026. Die genannten Werte (Versicherungssummen, Beiträge, Aufnahmequoten, Verletzungs-Klassen) gelten zum genannten Stand und können sich durch Tarif-Updates ändern.
Dieser Beitrag ist Versicherungsmakler-Information nach § 34d Abs. 1 GewO (Maklerregister-Nummer D-4YKP-487AL-84). Er dient der allgemeinen Marktinformation und ersetzt keine individuelle Beratung. Die konkrete Tarif-Wahl, die Versicherbarkeit und die Bedingungen hängen von Deiner Sportart, Deinem Einkommen, Deiner Karrierephase und Deiner Gesundheits-Vorgeschichte ab.
Ich bin als Versicherungsmakler nicht ausschließlich für einen Versicherer tätig. Die Beratung umfasst keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Sozialrechtsberatung. Für solche Fragen wende Dich an einen Anwalt oder Steuerberater.